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15.09.2020

Zusammen wachsen mit Interreg – seit 30 Jahren

Im fünften Teil unserer diesjährigen Interreg-Reihe blicken wir auf die Programmperiode Interreg IV von 2007-2013 zurück. 

Die vierte Interreg-Programmperiode (2007-2013) setzte die ökonomischen Potentiale, die Bildungs-, Arbeits- und Wohnregion sowie Nachhaltigkeit als Themenschwerpunkte. Die Förderung durch den EU-Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) verdoppelte sich im Vergleich zur vorherigen Programmperiode Interreg III durch die Zusammenlegung beider Oberrheinprogramme «Oberrhein Mitte-Süd» und «PAMINA». Damit deckte das Programm das Gebiet von der Nordwestschweiz über Baden und das Elsass bis in die Südpfalz ab. Dies entspricht auch dem heutigen Programmgebiet. Die vierte Programmperiode führte dieselben vier Themenbereiche wie bereits unter Interreg III. Von den 120, mit 67.2 Mio. Euro aus dem EU-Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierten Projekten, wurden 42 mit Nordwestschweizer Beteiligung durchgeführt. Die Schweizer Fördersumme belief sich dabei auf 16.8 Mio. Franken, wobei der Bund mit 6.2 Mio. Franken Projekte mitunterstützte. Ein Projekt aus dieser Programmperiode, welches auch heute noch Teil der Zusammenarbeit ist, möchten wir Ihnen kurz vorstellen. 

3Land: Koordinierte Planung eines grenzüberschreitenden Stadtteils im Herzen des TEB

«3Land» heisst das grösste grenzüberschreitende Stadtplanungsprojekt in Europa. Seit 2012 arbeiten die Nachbarstädte Basel-Stadt, Weil am Rhein, Huningue und Saint-Louis in dem Projekt am gemeinsamen Ziel, zwischen der Dreirosen- und der Palmrainbrücke einen grenzüberschreitenden Stadtteil zu entwickeln und den Strukturwandel des Hafen- und Industriegebiets aktiv mitzugestalten.
 
Während des dreijährigen Projekts wurde eine Reihe von vorbereitenden Studien im Bereich der Stadtplanung, des Verkehrs und des wirtschaftlichen Potentials durchgeführt. Ausserdem wurde eine Machbarkeitsstudie zum Bau von neuen Brücken erstellt. Diese Studien legten die Umsetzungsbedingungen für das neue Stadtviertel fest. Auf dieser Basis und unter Beteiligung der Bevölkerung wurde ein Raumkonzept erstellt, das weitläufige, öffentliche Grünflächen und Uferwege sowie drei länderverbindende Brücken beinhaltet.
 
Die Stadtplanung geht auch nach Ende des Interreg-Projekts weiter. Sie wird durch den Kanton Basel-Stadt, die Städte Huningue, Saint-Louis und Weil am Rhein, Saint-Louis Agglomération, dem Département du Haut-Rhin und dem Landkreis Lörrach finanziert. Aktuell konzentriert sich die Planung auf die Schwerpunkte Verkehr und Freiraumentwicklung. Seit Anfang 2020 finanziert Interreg Oberrhein zudem eine Stelle für die grenzüberschreitende Koordinierung der unterschiedlichen Partner und Gremien, sowie der verschiedenen thematischen, strategisch und politischen Arbeitsgruppen. Die Stelle ist beim Trinationalen Eurodistrict Basel angesiedelt und wird bis Ende 2022 gefördert. 

Weitere Projekte der Programmperiode Interreg IV mit Nordwestschweizer Beteiligung
 
Im Themenbereich «Gegenseitiges Verständnis» entstand das Projekt Phaenovum – trinationales Schülerforschungsnetzwerk Dreiländereck. Es bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, unabhängig von Schulnoten ihre Kreativität zu entwickeln, und interdisziplinäre Forschungsarbeit zu erleben. Ziel ist es, Begeisterung und Spass an Naturwissenschaften frühzeitig zu wecken und zu wissenschaftlichen Abenteuern anzuspornen. Im gleichen Bereich war auch das Projekt Metropolregion Oberrhein gestalten! Für einen grenzüberschreitenden aktiven Bürgerdialog angesiedelt. An Foren der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) wurden die Menschen am Oberrhein bei der Ausgestaltung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aktiv beteiligt. 
 
Im Bereich «Nachhaltige Entwicklung und ausgewogene Raumentwicklung» ist das Projekt Studien für die Verlängerung der Basler Tramlinie 3 bis zum Bahnhof Saint-Louis zu nennen. Dabei wurde eine Erhebung zur grenzüberschreitenden Mobilität und eine Untersuchung der Gemeinnützigkeit durchgeführt. 2018 wurde die verlängerte Tramlinie feierlich eingeweiht. Das Projekt Weiterer Ausbau der Tarifkooperation im Dreiländereck prüfte mithilfe verschiedener Analysen, einer Kommunikationskampagne und eines elektronischen Tools verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs im Raum des Trinationalen Eurodistricts Basel. 
 
Das Projekt Design am Oberrhein wurde im Bereich «Wirtschaftliche Entwicklung» gefördert. Es ermöglichte eine Analyse zum Platz des Designs im Oberrheingebiet und schuf Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen. Zudem wurde im gleichen Bereich mit TRION climate e.V. ein trinationales Netzwerk zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbarer Energie entwickelt. Das bis heute aktive Netzwerk vernetzt die Energie- und Klimaakteure über die Grenzen hinweg, fördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch, unterstützt die trinationale Datenerhebung und schafft eine Plattform für exemplarische grenzüberschreitende Projekte.
 
Im Bereich «Tourismus und Freizeit» wurde das Projekt Upper Rhine Valley etabliert, ein Zusammenschluss von Tourismusakteuren, die den Oberrhein als gemeinsame Tourismusdestination unter der Marke «Upper Rhine Valley» weltweit bewerben. Das Marketing von Upper Rhine Valley wird auch nach der Anschubfinanzierung von Interreg gemeinsam erfolgreich weiterbetrieben.
 
 

 

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