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14.05.2020

Zusammen wachsen mit Interreg – seit 30 Jahren

Im zweiten Teil unserer diesjährigen Interreg-Reihe blicken wir auf die Programmperiode Interreg I von 1990-1993 zurück. 

Mit der Einführung der Interregprogramme wurde der EU-Kohäsionspolitik und damit der Förderung der harmonischen wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Entwicklung der gesamten Union mehr Bedeutung zugemessen. Während der ersten drei Programmlaufzeiten Interreg I – III umfasste das Programmgebiet noch nicht die heutigen Ausmasse und Projekte wurden im so genannten Programmgebiet Oberrhein Mitte-Süd durchgeführt. Der nördliche Teil des heutigen Programmgebiets (Südpfalz, Region Karlsruhe, Nordelsass) verfügte über ein eigenes Programmgebiet namens PAMINA. Im Mittelpunkt der ersten Programmperiode (1990-1993) stand vor allem das Zusammenführen gemeinsamer Kenntnisse und die wissenschaftliche Analyse des Kooperationsraums. Diese Massnahmen ermöglichten es den Akteuren der drei Länder, sich besser kennenzulernen.  Interreg I teilte die Projektmittel in die vier inhaltlichen Themenbereiche «Gegenseitiges Verständnis», «Tourismus und Freizeit», «Wirtschaftliche Entwicklung» sowie «Nachhaltige Entwicklung und ausgewogene Raumentwicklung» ein. Von den 40 mit 9.4 Mio. Euro aus dem EU-Fonds für Regionale Entwicklung EFRE kofinanzierten Projekten wurden 21 mit Nordwestschweizer Beteiligung durchgeführt. Die Schweizer Fördersumme belief sich dabei auf 1.0 Mio. Franken. Ein Projekt aus dieser Programmperiode, welches es auch heute noch gibt, möchten wir Ihnen kurz vorstellen. 

REKLIP Klimaatlas Oberrhein

Im April 1989 startete  das Projekt REKLIP – Regio Klima Projekt. Ziel dieses sich bis 1996 erstreckenden Klimaforschungsprogramms, war die umfassende Kenntnis der klimatischen Vorgänge im mittleren und südlichen Oberrheingraben und im unteren Hochrheintal. Die Beurteilung der Auswirkungen menschlicher Aktivität auf Klima und Luftqualität stand im Fokus, vor allem im Hinblick auf den Chemie-Unfall in Schweizerhalle nahe Basel im Jahr 1986, bei dem neben dem Rheinwasser auch die Luft mit Schadstoffen kontaminiert wurde. Massgebliche Projektpartner waren die Universitäten Strasbourg, Freiburg, Karlsruhe und Basel, die nationalen Wetterdienste in Deutschland, Frankreich und der Schweiz sowie die zuständigen Umweltbehörden. 

Im September 1995 konnte der fertige Klimaatlas der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Atlas enthielt umfangreiche Informationen, die für die Raumplanung, die Wirtschaft und Agrarwirtschaft, die Umweltplanung und Lufthygiene sowie für Schule und Forschung von Bedeutung sind. Im Jahr 2011 wurde der Klimaatlas online gestellt und die Daten so aufbereitet, dass sie in die heute weit verbreiteten Geographischen Informationssysteme (GIS) integriert werden konnten. Ausserdem sind auf dieser Seite modulare Unterrichtseinheiten für die Sekundarstufen I und II abrufbar, die aus dem Text- und Kartenmaterial des REKLIP Klimaatlas erstellt wurden. 

Weitere Projekte der Programmperiode Interreg I mit Nordwestschweizer Beteiligung

Im Themenbereich «Tourismus und Freizeit» entstand das Projekt Standort-Image-Broschüre Regio, das im Laufe der Zeit in weiteren Projekten zur touristischen Dachmarke Upper Rhine Valley entwickelt wurde. Auch über die Interreg-Förderung hinaus bewerben die Touristiker damit die Destination Oberrhein in Überseegebieten. Im Themenbereich «Wirtschaftliche Entwicklung» wurde das Projekt Regio Wirtschaftsstudie gefördert. Die auch nach Interreg mit massgeblicher Unterstützung durch die Handelskammer beider Basel weitergeführte Reihe gibt einen guten Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung am Oberrhein über einen Zeitraum von über 30 Jahren. Ausserdem ermöglichte Interreg I im Themenbereich «Gegenseitiges Verständnis» die Anstossfinanzierung zur grenzüberschreitenden Informations- und Beratungsstelle INFOBEST PALMRAIN

Foto: Mittlere Jahrestemperatur Oberrhein (links); Niederschlag im Sommer Oberrhein (rechts). Quelle: REKLIP.

Interreg-Reihe «Zusammen wachsen mit Interreg – seit 30 Jahren» Teil I

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