Gesundheit

Arbeit und Wohnen ohne Grenzen bedeutet Gesundheit ohne Grenzen. Eine grössere Durchlässigkeit der Grenzen im Gesundheitswesen schafft nicht nur einen verschärften Wettbewerb zwischen den Leistungsanbietern, sondern eröffnet zugleich die Chance einer besseren Arbeitsteilung und Zusammenarbeit von Leistungsanbietern ungeachtet der politischen Grenzen. Pandemien kennen keine Grenzen, deswegen ist die trinationale Kooperation in diesem Bereich auszubauen. 

Unsere Ziele als Verein

Wir fördern die Vernetzung der Gesundheitsdienstleister und der Strukturen im Gesundheitswesen der beteiligten Länder und Regionen. Wir unterstützen die Realisierung von Projekten im Bereich der Gesundheitsversorgung, die zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger am Oberrhein sind. Langfristig engagieren wir uns für die Entwicklung einer Vision Gesundheitsraum Oberrhein. Die Coronapandemie hat deutlich gezeigt, wie wichtig die Kooperation und Solidarität am Oberrhein ist. Es gilt, die Potentiale zukünftig grenzüberschreitend zu nutzen. 

Unsere Aktivitäten als Verein

  • Wir leisten inhaltliche Beiträge für die Idee eines Gesundheitsraums Oberrhein sowie zu Massnahmen für die Pandemievorsorge.
  • Die Regio Basiliensis richtet sich mit Forderungen und Handlungsempfehlungen an die Politik in Südbaden, dem Elsass und der Nordwestschweiz sowie die Aussenministerien Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz, um das Leben und Arbeiten in der trinationalen Grenzregion in Pandemiezeiten besser koordinieren zu können.
  • Das Regioinform 02/21 der Regio Basiliensis mit dem Titel «Im Fokus: Gesundheitskooperation am Oberrhein» widmet sich der Gesundheitskooperation am Oberrhein. 
  • Wir beteiligten uns an der Durchführung des ersten trinationalen Pandemiekongress im November 2021, welcher die Erkenntnisse aus der Pandemie für den Grenzraum bündelte. 
  • Wir waren an der Organisation der Europäischen Gesundheitskongresse in den Jahren 2005, 2008 und 2009 beteiligt.
  • Mit der Trinationalen Pendenzenliste der Regio Basiliensis nehmen wir Anliegen des Gesundheitsraums Oberrhein auf. 

Unsere Aktivitäten als Koordinationsstelle

Die Interkantonale Koordinationsstelle bei der Regio Basiliensis (IKRB) nimmt im Auftrag der Nordwestschweizer Kantone Einsitz zu diesen Themen in den Arbeitsgremien der Oberrheinkooperation (Oberrheinkonferenz, Interreg, Neue Regionalpolitik (NRP), Trinationaler Eurodistrict Basel und INFOBEST PALMRAIN) und koordiniert jeweils die Interessen der Schweizer Delegation.

  • Die Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik der Oberrheinkonferenz (ORK) fördert die Zusammenarbeit im öffentlichen Gesundheitswesen. Wir unterstützen die Koordination auf Schweizer Seite. 
  • Wir begleiten als Koordinationsstelle für die Nordwestschweiz die Weiterführung der Gesundheitsplattform am Oberrhein TRISAN.
  • Wir unterstützen grenzüberschreitende Projektideen zum Thema Gesundheit im Hinblick auf eine Förderung durch Interreg und die Neue Regionalpolitik des Bundes (NRP). 

Kooperation und Austausch

Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik der ORK

Die Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik der Oberrheinkonferenz (ORK) strebt seit 1996 an, die Zusammenarbeit im öffentlichen Gesundheitswesen zu fördern und zur Lösung von Problemen der Bevölkerung im Rahmen von konkreten Projekten beizutragen. 

Die Arbeitsgruppe wird von den folgenden Expertenausschüssen unterstützt:

  • Expertenausschuss EPIRHIN: Dieser ist für die regelmässige Aktualisierung der Adressen der Kontaktpersonen (z.B. Amtsärzte) im Meldesystem für übertragbare Krankheiten verantwortlich.
  • Expertenausschuss Prävention und Gesundheitsförderung: Dieser strebt einen Erfahrungsaustausch und eine Vernetzung von relevanten Akteuren des Gesundheitsbereichs an, um zu helfen, Krankheiten einerseits vorzubeugen und andererseits die Gesundheit bereits erkrankter Menschen zu fördern.
  • Expertenausschuss Gesundheitsversorgung: Dieser beschäftigt sich mit der grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen und arbeitet unter anderem an der Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Rettungswesens.
  • Expertenausschuss Gesundheitsbeobachtung: Dieser trägt dazu bei, gemeinsame Probleme im Rahmen der öffentlichen Gesundheit in den drei Ländern zu erkennen.

TRISAN

TRISAN ist ein trinationales Kompetenzzentrum für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich mit Sitz in Kehl (D). Es hat zum Ziel, die Gesundheitskooperation am Oberrhein zu unterstützen. TRISAN wurde im Juli 2016 als Interreg-Projekt gegründet. Projektinitiatorin war die Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik der Oberrheinkonferenz (ORK). Nach dem Ende des Projekts im Jahr 2019 wurde ein Folgeprojekt mit dem Namen Trinationaler Handlungsrahmen für eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung am Oberrhein in die Wege geleitet. Nach dem Ende des Interreg-Projekts im Mai 2023 entschieden sich die Gebietskörperschaften die Plattform weiterhin zu finanzieren. 

GRUEZ - Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Deutschland – Schweiz im Bereich Spitalversorgung

Ein Pilotprojekt der Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und dem Landkreis Lörrach führte zu einer Gesetzesänderung im Krankenversicherungsgesetz KVG der Schweiz herbei: In Grenznähe ist eine Behandlung im Ausland möglich, wenn Krankenkassen und Kantone damit einverstanden sind und entsprechende Behandlungsoptionen festlegen.

Die wichtigsten Projekte

Projekt TIGER

Mit seiner langjährigen Erfahrung und Fachkompetenz unterstützt das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut Basel (TPH) gemeinsam mit Projektpartnern aus Deutschland und Frankreich im Projekt TIGER (Trinational Initiative Group of Entomology in Upper Rhine valley) die Behörden im Management von invasiven Stechmücken. Verschiedene koordinierte Massnahmen sollen dabei helfen, das Risiko einer Ansiedlung, beziehungsweise einer weiteren Verbreitung, einzudämmen. Die Asiatische Tigermücke als lästige und unter Umständen auch krankheitsübertragende Stechmücke steht dabei im Fokus. Das Projekt wurde von 2018 bis 2020 von Interreg Oberrhein gefördert und arbeitet seit dem als Konsortium weiterhin zusammen. 

Covid-Einreisetool des INFOBEST-Netzwerks

Das deutsch-französisch-schweizerische Netzwerk für grenzüberschreitende Information und Fragen INFOBEST lancierte gemeinsam mit anderen grenzüberschreitenden Einrichtungen ein interaktives Online-Tool zur grenzüberschreitenden Mobilität. Das Tool ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzer, sich mit wenigen Klicks über die für sie geltenden Vorschriften im Zielland und bei der Rückkehr ins Heimatland zu informieren. Es ist einfach zu bedienen und wird regelmässig aktualisiert. Zudem stellte das Netzwerk ein trinationales Informationsangebot zur Verfügung mit Links zu offiziellen Informationen der drei Staaten, einen Überblick über die aktuellen Gesundheitsschutzmassnahmen, sowie eine Sammlung häufiger Fragen von Grenzgängerinnen und Grenzgängern. 

team

Leonie Wallisch
leonie.wallisch@regbas.ch