Carte Blanche

11.01.2017

Welche Perspektiven bietet grenzüberschreitende Innovation am Oberrhein?

Grenzregionen als Plattform grenzüberschreitender Kooperations-  
und Innovationsnetzwerke 
Andreas Doppler, Leiter Förderprogramme Regio Basiliensis

Seit 2008 erfolgt die Schweizer Beteiligung an Interreg im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP). Die NRP hat die Stärkung von Unternehmertum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in den Grenzregionen zum Ziel, um so einen Beitrag zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen zu leisten und die räumlichen Disparitäten abzubauen. Die NRP zielt besonders darauf ab, die Förderregionen in ihrer Innovationsleistungsfähigkeit zu stärken und über eine höhere Wertschöpfung für den nationalen und internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Auch das Programm Interreg Oberrhein fördert mit seiner Prioritätsachse Intelligentes Wachstum Massnahmen für eine wettbewerbsfähige grenzüberschreitende Wissens- und Innovationsregion. 

Die Grenzlage am Oberrhein hat hinsichtlich der Innovation einen doppelten Vorteil:
Zum einen können die Unternehmer und Wissenschaftler von den unterschiedlichen Bedingungen in verschiedenen Ländern profitieren. Zahlreiche Gründe, die für Direktinvestitionen im Ausland sprechen, gelten auch für ein Engagement in einer Grenzregion. Zum anderen können Grenzregionen aber auch von den besonderen Chancen räumlicher Nähe profitieren; sie können zur Plattform grenzüberschreitender Kooperations- und Innovationsnetzwerke werden.

Folgende drei Erfolgsfaktoren für eine gute und nachhaltige grenzüberschreitende Kooperation im Bereich Wissenschaft und Innovation sind zu berücksichtigen:  

  • Politischer Wille und eine klare Entwicklungsstrategie der staatlichen Partner, in Forschung und Innovation zu investieren sowie die entsprechenden finanziellen Mittel bereitzustellen.
  • Attraktive Rahmenbedingungen für Innovation betreffend Marktzugang, steuerliche Belastung, Zugang zu Risikokapital, Qualität der Bildungseinrichtungen u.a.m.
  • Eine Bereitschaft der Akteure am Oberrhein, Wissen zu teilen und die vorhandenen Ressourcen und Potenziale gemeinsam zu nutzen, um das Innovationspotenzial der Region insgesamt zu erhöhen.

Eine mögliche Perspektive im Bereich Wissenschaft und Innovation ist die Entwicklung von neuen flexiblen Finanzierungsinstrumenten für grenzüberschreitende innovative Projekte (Darlehen, Bildungs-Voucher, Public-Private-Partnerships,…).  Gleichzeitig braucht es ein Monitoring mittels branchenspezifischer Regionalprofile für den Oberrhein, um bestehende Cluster zu stärken, Komplementaritäten besser zu nutzen und brachliegende Potenziale aufzudecken. Und auf alle Fälle gilt es die Chancen der Neuen Regionalpolitik und von Interreg Oberrhein zu nutzen. 

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2017 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Welche Perspektiven bietet grenzüberschreitende Innovation am Oberrhein?" 

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