Carte Blanche

18.10.2017

Welche Perspektiven bietet grenzüberschreitende Innovation am Oberrhein?

Wie man das Potential der trinationalen Forschungs- und Entwicklungslandschaft am Oberrhein stärker nutzen kann!
Dr. Carsten Hutt, Geschäftsführer SciConomy und Leiter Innovation und Gründung am BadenCampus 

Gerade für wissens- und technologiebasierte Unternehmen ist es von zentraler Bedeutung in internationalen Wertschöpfungsketten verankert zu sein. So nutzen sie die Chancen günstiger Beschaffung und diversifizieren ihre Absatzmärkte. Im Dreiländereck ist der Anteil international agierender Unternehmen besonders hoch. 

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, in welch geringem Maße gerade mittelständische Unternehmen die trinationale Forschungs- und Entwicklungslandschaft am Oberrhein nutzen. Prozesse zur Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle werden zwar zunehmend in Konsortien erarbeitet. Doch sind diese in den seltensten Fällen grenzüberschreitend. Oftmals werden weit längere Wege in Kauf genommen, statt bei der Auswahl des Forschungs- und Entwicklungspartners einen Blick über die Grenze zu werfen. Einer der Gründe ist das Fehlen grenzüberschreitender persönlicher Netzwerke zwischen Innovationsmanagern und Entwicklungsleitern in Unternehmen auf der einen Seite und Wissenschaftlern auf der anderen Seite. Ein weiterer Grund könnte darin bestehen, dass schlicht das Wissen über die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen auf der anderen Seite der nationalen Grenze fehlt.    

Trinationale Solution Labs: Studierende, Absolventen und Doktoranden entwickeln Lösungen für die Zukunft

Ziel des Formats „Solution Lab“ ist, dass junge Talente im Auftrag von Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Clusterorganisationen Ideen entwickeln und mithilfe von Arbeitsmodulen bearbeiten.

Das Besondere ist, dass die ausgewählten Studierenden, Absolventen und Doktoranden während einer Woche eine Art „Arbeits-Wohngemeinschaft“ bilden. Dabei bearbeiten sie über fachliche und kulturelle Grenzen hinweg konkrete Aufgabenstellungen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Darüber hinaus verbringen sie auch ihre Freizeit zusammen. So entsteht eine Atmosphäre, in der Kreativität, Engagement und Begeisterung für Themen und Projekte zusammenkommen.

Dieses seit dem Jahr 2015 etablierte Format wird ab dem Jahr 2018 erweitert: Gemeinsam mit der Université de Strasbourg, der Hochschule Kehl und der Fachhochschule Nordwestschweiz organisiert die Agentur  SciConomy trinationale Solution Labs. Das erste trinationale Lab wird im Februar 2018 stattfinden. Damit sollen grenzüberschreitende Innovationsprozesse initiiert werden. Zudem soll ein grenzüberschreitendes Netzwerk junger Menschen geschaffen werden, die nach ihrem Berufseinstieg Verantwortung für Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Wissenschaft und Wirtschaft übernehmen. 

Trinationale Start-ups und Innovationsprojekte initiieren

Um nicht nur Innovationsprozesse bestehender Unternehmen zu unterstützen, sondern auch trinationale Start-ups zu initiieren, organisiert SciConomy gemeinsam mit dem BadenCampus Start-up Labs, bei denen Studierende eigene Gründungsprojekte entwickeln. Beim ersten Start-up Lab, das Anfang Oktober 2017 stattgefunden hat, wurde dieser Ansatz erfolgreich getestet. Für das Jahr 2018 sollen erste trinationale Gründerteams an den Start gehen. Damit leisten SciConomy und der BadenCampus einen Beitrag, um das Potential grenzüberschreitender Innovations- und Start-up-Prozesse für Wachstum und Beschäftigung in der Oberrheinregion zu nutzen.
   
Weitere Informationen: www.SciConomy.de // www.BadenCampus.de

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2017 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Welche Perspektiven bietet grenzüberschreitende Innovation am Oberrhein?"  

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