Carte Blanche

12.09.2017

Welche Perspektiven bietet grenzüberschreitende Innovation am Oberrhein?

Innovation durch Kooperation!
Sunita Patel, Geschäftsführerin IHK Hochrhein-Bodensee und Sebastian Wiekenberg, Referent Innovation und Technologie, IHK Südlicher Oberrhein

Im Dreiländereck sind die Voraussetzungen für Innovationen ideal. Hohe Unternehmerdichte, vielfältiges Branchenspektrum und eine vielseitige, wissenschaftliche Kompetenz, erleichtern den Technologietransfer enorm.

Welches Potential gibt es im Bereich Innovation für Wirtschaft und Gesellschaft am Oberrhein?
Gerade die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen untereinander bietet vielfältige Potenziale weit über technische Fragestellungen hinaus. Hinzu kommt eine vielfältige Forschungslandschaft, die Kooperationen von der Marktanalyse über die Produktentwicklung bis hin zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ermöglicht.

Könnte das noch weiter ausgebaut werden? Wenn ja, mit welchen Massnahmen? 
In erster Linie müssen die Transferstrukturen bekannter werden und der Austausch zwischen den relevanten Transferakteuren verbessert werden. Für Unternehmen kann es ziemlich schwierig sein, genau den einen Kompetenzträger auf der anderen Seite der Grenze ausfindig zu machen. Ein Beispiel dafür, wie Technologietransfer sehr erfolgreich und bereits grenzüberschreitend funktioniert, beweist das Projekt „Technologietransfermanager“ bei den Industrie- und Handelskammern (IHK). Hierbei handelt es sich um eine vom Wirtschaftsministerium geförderte Person, die aktiv auf Unternehmen zugeht, über Kooperationsmöglichkeiten informiert, solche anbahnt und zu allen aufkommenden Fragen Unterstützung bietet. Dieses IHK-Netzwerk von Transferakteuren bietet Unternehmen den Vorteil, sich nur an einen regionalen Partner wenden zu müssen, welcher nach dem optimalen Kooperationspartner recherchiert. Daher wäre es zielführend, dieses Projekt weiter auszubauen und z.B. grenzüberschreitend zu übertragen.

Als weitere Massnahme können auch Datenbanken, wie z.B. die deutsche Informationsplattform DACH, die Suche nach dem richtigen Partner bei Bauvorhaben unterstützen. Ein Ausbau der DACH-Datenbank in Frankreich wäre daher wünschenswert.

Ergeben sich aus der Grenzlage besondere Chancen für Innovationsprozesse in Unternehmen und Wirtschaft?
Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wollen bei Kooperationen Förderprogramme nutzen. Die meisten Programme gelten jedoch nur für das jeweilige Land, in welchem das Unternehmen ansässig ist. Durch die besondere Grenzlage, in Kombination mit der sehr großen Forschungsdichte und Unternehmensvielfalt, wäre es eine besondere Chance für die Region, wenn spezielle Förderprogramme aufgestellt werden, die an diese Sondersituation angepasst sind.

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2017 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Welche Perspektiven bietet grenzüberschreitende Innovation am Oberrhein?"  

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