Carte Blanche

14.09.2015

Was braucht die Dreiland-Zusammenarbeit?

Die Stärken der tri-nationalen Region am Oberrhein (aner-)kennen und nutzen
Christian Walsoe, Ehrenpräsident des tri-nationalen KMU-Netzwerkes Efficiency Club Basel und Mitglied der Begleitgruppe der RB seit 2013.

Drei Länder mit unterschiedlicher geschichtlicher, wirtschaftlicher und kultureller Entwicklung und trotzdem so nahe beieinander in einem gemeinsamen Lebens- und Erlebnisraum: ich bin immer wieder freudig erstaunt, welche Dichte des Erlebnisses uns die Metropolregion Basel ermöglicht, wieviel jeder Teilraum dies- oder jenseits des Grenz- (oder Verbindungs-)Stromes Rhein von den anderen beiden Teilräumen profitiert. Vielleicht mit Ausnahme des belgisch-, holländischen und deutschen Grenzraumes am Unterrhein bietet wohl kein grenzüberschreitendes Gebiet in Europa eine solche Vielfalt an wirtschaftlichen und kulturellen Begegnungsmöglichkeiten.

Und doch sind diese Begegnungen auf sich gegenseitig befruchtender und respektierender „Augenhöhe“ in Zeiten der globalen Ausrichtung und des nationalen Egoismus gefährdet. Die Masseneinwanderungsinitiative in der Schweiz ist eine Herausforderung für das hervorragende Funktionieren des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes; die grossflächige Fusion der Regionen Elsass, Lorraine und Champagne-Ardenne zerstört bekannte (Ansprech-)Strukturen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und beschwört das tot geglaubte „Gespenst“, dass in Frankreich wieder alles im zentralistischen Paris entschieden wird; der durch den Euro-/Frankenkurs ausgelöste einseitige Einkaufstourismus führt zu Spannungen zwischen den Wirtschaftsräumen der Nordwestschweiz und Baden-Württembergs.

Umso wichtiger sind das Beibehalten und die Förderung weiterer grenzüberschreitender Zusammenarbeiten zwischen KMUs, Verbänden und Kulturträgern, v.a. aber auch die Bereitschaft, Stärken der jeweiligen Region erkennen, anzuerkennen und nutzen zu wollen. Sei es mit dem kulinarischen/touristischen Geniessen der Grenzregionen, mit dem genussvollen Erwandern oder Erradelns der Region, der Organisation oder dem Besuch von länderverbindenden Kulturveranstaltungen oder durch grenzüberschreitendes Zusammenarbeiten von KMU oder Ausbildungsstätten –  v.a. aber durch gemeinsames konkretes Tun, bei dem jede Seite ihrer Stärken bewusst ist und diese auch einbringt. Nur wenn wir uns im Gleichschritt weiter entwickeln und wir den anderen dabei durch gemeinsame Projekte unterstützen, werden wir als gemeinsamer Lebensraum prosperieren.

Wichtige Informations- und Impulsgeber  sind dabei Institutionen wie die Regio Basiliensis, darum bringe ich mich auch weiterhin „avec plaisir et joie“ bei deren Begleitgruppe ein …

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2015 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Was braucht die Dreiland-Zusammenarbeit?".

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