Carte Blanche

12.06.2015

Was braucht die Dreiland-Zusammenarbeit?

Zusammenarbeit muss sichtbar sein und braucht die Anerkennung auf nationaler Ebene.
Gudrun Heute-Bluhm, Oberbürgermeisterin a.D., Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg

Zusammenarbeit ist kein Selbstzweck. Sie ist umso stärker, je drängender gemeinsame Probleme nach gemeinsamen Zielsetzungen rufen. Regionale Zusammenarbeit im nationalen wie im grenzüberschreitenden Rahmen entsteht aus dem Gefühl, im örtlichen Umfeld die eigenen Ziele nicht verwirklichen zu können.

Wir haben viel erreicht. Aus gelegentlichen gutnachbarschaftlichen Treffen sind feste Arbeitsstrukturen entstanden und viele Projekte realisiert worden. Es hat sich eine Normalität des Miteinanders über die Grenzen entwickelt, im öffentlichen wie im privaten Raum.

Und dennoch brauchen wir jetzt mehr, nämlich die Anerkennung bei unseren nationalen Regierungen, dass wir ein grenzüberschreitender Stadtraum geworden sind, der von allen Regierungszentralen so behandelt und gefördert werden muss. Sonst können wir die großen Themen nicht bewältigen.

Wenn wir für unseren eng verflochtenen Wirtschaftsraum ein modernes ÖV-Netz schaffen wollen, müssen die politischen Akteure diese Zielsetzung kraftvoll(er) gemeinsam voranbringen und der Öffentlichkeit als Vision, als Bild der gemeinsamen Zukunft vermitteln. Die Menschen wollen und müssen sehen, wofür ihre gewählten Vertreter und Vertreterinnen in grenzüberschreitenden Gremien arbeiten und dass sie für die gemeinsamen Ziele gegenüber den nationalen Regierungen gemeinsam auftreten.

Vor diesem Hintergrund ist das Agglo-Programm der wichtigste Treiber der Zusammenarbeit. Wir brauchen ein einheitliches ÖV-Netz, weil es physische Verbindungen schafft und weil es als großes Ziel auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt.

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2015 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Was braucht die Dreiland-Zusammenarbeit?".

 

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