Carte Blanche

06.09.2018

Lernort Grenzregion? Welche Chancen für die Bildungsregion am Oberrhein?

Trinationalität in der hochschulischen Praxis – die Duale Hochschule Baden-Württemberg Lörrach als grenzüberschreitender Akteur
Prof. Dr. Theodor Sproll, Rektor der DHBW Lörrach 

An der DHBW Lörrach mit ihren 2100 Bachelor-Studierenden und rund 100 Master-Studierenden ist der Alltag grenzüberschreitend: 9% der Studienanfänger 2017 kommen aus Frankreich, 8,5% aus der Schweiz, es gibt einen englischsprachigen BWL-Studiengang, zwei trinationale Studiengänge und viele Studierende verbringen einen Teil ihres Studiums im Ausland. 

Das duale Studium an der DHBW Lörrach verbindet theoretisches Lernen an einer Hochschule und praktische Erfahrung in einem Unternehmen. Die Studierenden wechseln alle drei Monate zwischen Hochschule und Ausbildungsstätte. Die Theorie- und Praxisinhalte sind dabei eng aufeinander abgestimmt. Auf diese Weise sammeln die Studierenden während der Studienzeit Berufserfahrung inklusive der im Berufsalltag erforderlichen sozialen Kompetenzen. 

Eine Besonderheit in Lörrach sind die trinationalen Studiengänge  Mechatronik Trinational und International Business Management Trinational, die in Kooperation mit der Université de Haute-Alsace Colmar bzw. Mulhouse und der Fachhochschule Nordwestschweiz stattfinden. Die Studierenden erwerben dabei einen Studienabschluss aller drei Länder. 

Die rund 750 Ausbildungsstätten, die Dualen Partner der DHBW Lörrach, wählen ihre Studierenden selbst aus und stellen sie für die Zeit des Studiums an. Die ausgezeichnete Ausbildung und die Wertschätzung durch die ausbildenden Unternehmen und Einrichtungen spiegeln sich auch in der hohen Übernahmequote der Absolventen von rund 80% wider.

Meine Visionen für unsere Bildungsregion beinhalten mehr Kooperationen, die alle Beteiligten stärken - sei es im Bereich der Forschung oder im Bereich der Lehre. An der DHBW bauen wir den Bereich kooperative Forschung aus und beziehen gerne weitere Partner aus der Wirtschaft und andere Hochschulen ein.

Aber auch auf institutioneller Ebene hat die Regio viel Potential. Gemeinsame Anträge der Universitäten/Hochschulen beispielsweise über TriRhenaTech könnten europäische Fördermittel erhalten, die für einzelne Institutionen sonst nicht erreichbar wären und unser Dreiländereck voranbringen.

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2018 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Lernort Grenzregion? Welche Chancen für die Bildungsregion am Oberrhein?"  


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