Carte Blanche

14.02.2018

Lernort Grenzregion? Welche Chancen für die Bildungsregion am Oberrhein?

Austauschpädagogische Erlebnisse erhöhen die Zukunftschancen unserer Kinder.
Alberto Schneebeli, lic. phil. Leiter Stab Bildung Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion Basel-Landschaft; Mitglied der Begleitgruppe der Regio Basiliensis

Bund und Kantone haben die Strategie „Austausch und Mobilität“ im Sinne der Oberrheincharta zur Förderung der Mehrsprachigkeit verabschiedet. Alle jungen Menschen sollen mindestens einmal an einer länger dauernden Austausch- und Mobilitätsaktivität teilnehmen und dadurch die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz und anderer Länder kennenlernen. Begegnungen helfen, sich trotz unterschiedlichem Hintergrund mit Respekt und Toleranz verständigen oder verständig streiten zu können.  

Mit anderen Augen zu sehen hilft, das eigene Verstehen mit anderen Perspektiven zu bereichern, die sozialen und fachlichen Kompetenzen zu stärken, in einer mehrkulturellen und mehrsprachigen Welt heimisch zu werden und sich zusätzliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erschliessen. Neben den Zukunftschancen für einzelne Menschen sind Begegnungen in der Summe auch vital für das „Dreiland“ und für die mehrsprachige Schweiz als lern- und innovationsfähiger kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Chancenraum. 

Die Ziele sind klar, relevant und konsensfähig, sie sind leider mehr Postulat als Realität: nur wenige Jugendliche erleben austauschpädagogische Aktivitäten, sei dies in bilingualen Klassen, an Partnerschulen oder im Rahmen von Projekten im realen oder virtuellen Raum. Was tun? Eine wichtige Erfolgsbedingung ist die Entwicklung und Verankerung solcher Schulprogramme. So führen z. B. die Gymnasien Laufen und Porrentruy einen zweiörtigen Lehrgang mit gemischtsprachigen Tandems in bilingualen Klassen

Wenn alle Jugendlichen austauschpädagogische Erfahrungen machen sollen, sind solche wegweisenden Angebote als Prototypen zu entwickeln, zu erproben und in Schulprogrammen zu verankern. Austauschpädagogik ist eine Zukunftsinvestition.  

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2018 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema "Lernort Grenzregion? Welche Chancen für die Bildungsregion am Oberrhein?"  


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