News Carte Blanche

16.09.2026

«Demokratie im Wandel. Herausforderungen und Perspektiven»

Demokratiebildung in der digitalisierten Gesellschaft
Prof. Dr. Monika Waldis, Leiterin Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik der Pädagogischen Hochschule FHNW am Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA)

Digitalisierung verändert unseren Alltag – und damit auch unsere Demokratie. Algorithmen, künstliche Intelligenz und soziale Medien bestimmen mit, welche Informationen wir sehen und prägen politische Diskussionen. Damit verbunden sind Chancen: Wissen wird zugänglicher, Menschen können sich vernetzen und politisch beteiligen. Gleichzeitig bergen Fake News, Filterblasen und gezielte politische Werbung Risiken für die Meinungsbildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Wie sich die digitale Gesellschaft entwickelt, ist noch offen. Im Kern geht es um bekannte Fragen: Wer hat die Macht? Wie schützen wir Privatsphäre und Selbstbestimmung? Wie gestalten wir die demokratische Öffentlichkeit?

Damit Kinder und Jugendliche diese Fragen verstehen und mitgestalten können, ist auch die Schule gefordert. Sie sollen nicht nur digitale Medien bedienen, sondern verstehen, wie Algorithmen und KI funktionieren und Gesellschaft verändern. Sie müssen lernen, Informationen kritisch zu prüfen sowie mutige Gestalter*innen ihrer eigenen Welt zu werden. Digitalisierung betrifft alle Fächer und es sollen praktische Erfahrungen gemacht werden können z.B. mit Kurzvideos oder digital-analogen Partizipationsformaten.

Dafür braucht es Schulentwicklung auf vier Ebenen: Lehrpersonen benötigen Zeit und Weiterbildung (Personalentwicklung). Schulen brauchen gemeinsame Ziele, Regeln und Strategien, etwa zu Datenschutz und digitaler Beteiligung (Organisationsentwicklung). Der Unterricht soll digitale Themen aufgreifen und neue Formen des Lernens ermöglichen (Unterrichtsentwicklung). Und es braucht eine technische Ausstattung, die pädagogisch sinnvoll eingesetzt wird (Infrastruktur-entwicklung). Dabei soll Digitalisierung kein Selbstzweck sein: Ein Tablet macht Unterricht nicht automatisch besser. Jedoch eröffnen digitale Werkzeuge neue Möglichkeiten – etwa für individuelles Feedback.

Demokratiebildung in der digitalen Gesellschaft bedeutet deshalb: digitale Möglichkeiten verstehen und nutzen – und zugleich kritisch, selbstbestimmt und gemeinsam mit anderen handeln.

Mit der Carte Blanche bieten wir Fachleuten eine Plattform, auf der sie Impulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geben und ihre Visionen zur Entwicklung im Dreiland darlegen können. Im Jahr 2026 veröffentlichen wir Beiträge zum Thema «Demokratie im Wandel. Herausforderungen und Perspektiven».


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