Interreg

Mittels der Neuen Regionalpolitik (NRP) und dem Engagement der Nordwestschweizer Kantone haben Schweizer Akteure die Möglichkeit, an Interreg-Projekten teilzunehmen. Die Interkantonale Koordinationsstelle bei der Regio Basiliensis (IKRB) fungiert dabei als regionale Koordinationsstelle für Interreg und die NRP.

Interreg Aktuell

12. Dezember 2019

Vorbereitungen zu Interreg VI angelaufen

Das Programm Interreg Oberrhein führte 2019 verschiedene Vorarbeiten für die neue Programmstrategie 2021-27 durch. Neben internen und von Dritten durchgeführten Analysen zu den geförderten Projekten, zur Strategie und Politik der Programmpartner oder zum Programmgebiet wurden auch eine Vernehmlassung und Runde Tische durchgeführt. Dort erörterten Fachleute aus den drei Ländern, welche Schwerpunkte in den kommenden Jahren von besonderer Bedeutung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sein werden. Den Rahmen bildeten die von der EU-Kommission vorgegebenen politischen Ziele eines intelligenteren, grüneren, stärker vernetzten, sozialeren, bürgernahen und verwaltungskooperativen Europa. Auf den Ergebnissen basierend wurden die strategischen Leitlinien für die Programmperiode 2021-2027 erarbeitet. Nach Annahme durch den Begleitausschuss des Programms erfolgte eine breite trinationale Vernehmlassung. Der Entwurf des neuen Operationellen Programms, welches Förderinhalt und -gebiet von Interreg VI definiert, soll im Herbst 2020 der EU-Kommission unterbreitet und nach erfolgter Annahme 2021 mit der neuen Programmlaufzeit begonnen werden. 

Projektliste Interreg V / NRP mit Nordwestschweizer Beteiligung

Interreg Allgemein

1990 lancierte die Europäische Union (EU) die Gemeinschaftsinitiative Interreg mit dem Ziel, durch die Intensivierung der Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg die Integration im europäischen Raum und eine ausgewogene Entwicklung zwischen den Regionen zu fördern. Seitdem wurde Interreg laufend weiter entwickelt.

Heute stellt Interreg unter dem Titel "Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ)“ eines der zentralen Instrumente der europäischen Kohäsions- resp. Regionalpolitik dar, mit der wirtschaftliches Wachstum gefördert, Entwicklungsdifferenzen zwischen den Regionen in Europa gemindert sowie der soziale und territoriale Zusammenhalt gestärkt werden sollen. 

In der Förderperiode 2014-2020 – Interreg V – investiert die EU aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) 8,9 Mrd. Euro für die grenzübergreifende Zusammenarbeit in Europa.

Dabei unterstützt die EU die Kooperation in drei Ausrichtungen:

  • Interreg A: grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen benachbarten Grenzregionen (6,6 Mrd. Euro)
  • Interreg B: transnationale Zusammenarbeit zwischen Regionen in grösseren, zusammenhängenden Regionen  (1,8 Mrd. Euro)
  • Interreg Europe: Interregionale Zusammenarbeit zwischen nicht-benachbarten Regionen in ganz Europa (0,5 Mrd. Euro)

Die grenzübergreifende Kooperation erfolgt auf der Grundlage gemeinsamer Programme der jeweils beteiligten Partnerstaaten. Die in den Programmen festgelegten Themen- und Handlungsfelder werden in Form von Kooperationsprojekten umgesetzt, wobei die EU 50% bzw. 60% von deren Kosten übernimmt.

Im Rahmen von Interreg kommen Schweizer Akteure zwar nicht in den Genuss von EU-Fördermitteln, sie profitieren aber gleichwohl von den durch die realisierten Kooperationsprojekte geschaffenen Synergien und Impulse. Dies haben die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn und Jura früh erkannt und beteiligen sich von Anfang an an Interreg. In der aktuellen Förderperiode beteiligen sich die Nordwestschweizer Kantone an vier – Jura und Aargau an fünf – Interreg V-Programmen auf grenzüberschreitender, transnationaler sowie interregionaler Ebene.

Die Vorbereitungen für die sechste Förderperiode Interreg VI von 2021 - 2027 haben mit der Veröffentlichung der EU-Verordnungsentwürfe im Mai 2018 begonnen. Zurzeit werden die Strategien der verschiedenen Interreg-Programme erarbeitet, welche anschliessend von der EU-Kommission geprüft und genehmigt werden müssen. 

Clip: Was ist Interreg? Wie grenzübergreifende Zusammenarbeit gelingt 

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Andreas Doppler,
Leiter Förderprogramme