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18.06.2019

Interreg-Projekt SERIOR: Risikoforschung für Schüler erlebbar machen

Am 24. Mai 2019 fand im Dreiländereck eine Wissenstransferveranstaltung des Interreg-Projekts SERIOR zum Thema «Risiko 3D – Drei Aspekte des Risikomanagements am Oberrhein erleben» in Saint-Louis statt. 

Um Risikoforschung hautnah erlebbar zu machen, führten Doktorierende der Partneruniversitäten interaktive Workshops zu ihren Forschungsbereichen für Schülerinnen und Schüler des Lycée Jean Mermoz in Saint-Louis und dem Lycée Cantonal de Porrentruy durch. Dieser erste Teil ermöglichte es, die Dynamik der Promotionsforschung abzubilden und dabei Themen aus der Risikoforschung auf populäre und unterhaltsame Weise einem jungen Publikum zu vermitteln.

In einem zweiten Teil am Nachmittag wurde ein interaktives Planspiel mit dem Titel «Blackout: ein beherrschtes Risiko?» durchgeführt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre interdisziplinären Fähigkeiten und ihre Problemlösungsstrategien während eines flächendeckenden Stromausfalls am Oberrhein spielerisch austesten konnten.
 
SERIOR bietet trinationale Qualifizierungsprogramme für PhD-Studierende und Postdocs im Bereich Risikomanagement an. Darunter fallen wissenschaftliche Qualifizierungen, Mentoring in Summer Schools und Ringvorlesungen sowie ein praxisorientiertes Programm für den Wissens- und Technologietransfer. Der thematische Schwerpunkt der im Projekt geschaffenen Graduate Academy SERIOR liegt auf dem Gebiet des Risikomanagements im Kontext der trinationalen Region Oberrhein. Grenzüberschreitendes Risikomanagement setzt spezielles Wissen in Bezug auf unterschiedliche Organisationsstrukturen und verschiedenen Hierarchieebenen in den Verwaltungen voraus. Hinzukommen eigene gesellschaftliche Leitbilder, nationale Gesetze und sozio-psychologische Unterschiede in der Risikowahrnehmung, die Entscheidungsträger wie auch das Verhalten der Bevölkerung beeinflussen. Dafür baute das trinationale Konsortium verschiedene Trainingsmodule in Bezug auf drei inhaltliche Schwerpunkte auf: Sicherheit, Risiko und Orientierung. Somit kann ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Aspekte erfasst werden: von einem Verständnis der kulturellen Unterschiede in subjektiven Wahrnehmungen von Sicherheit und Risiko, einer Objektivierung der Risikoabschätzungen durch naturwissenschaftliche Methoden und einem Orientierungsvermögen angesichts vielfältiger Risikokommunikation und unterschiedlicher Konzeptionen von Risiken und Sicherheiten. 

Zudem wurde im Rahmen des Projektes eine Datenbank generiert, die die grenzüberschreitende trans- und interdisziplinäre Risikoforschung fördert. Sie umfasst laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte der Partnerinstitutionen. Auch eine Literaturdatenbank sowie drei Handbücher zu den zentralen Herausforderungen der grenzüberscheitenden Forschung im Themenbereich Risikomanagement (Risikowahrnehmung, Risikoabschätzung, Risikokommunikation) wurden konzipiert. 

Das dreieinhalbjährige Projekt mit Beteiligung der Universität Basel verfügt über ein Budget von 3.8 Mio. Euro. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie der Bund über die Neue Regionalpolitik steuern insgesamt rund 160'000 Franken bei.

Webseite Interreg-Projekt SERIOR
Eintrag Datenbank 

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