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09.07.2026

Interreg Oberrhein genehmigt 13 neue Projekte und bereitet die Förderperiode nach 2027 vor

Der Begleitausschuss des Programms Interreg Oberrhein hat am 9. Juli 2026 13 neue bi- und trinationale Projekte genehmigt, sieben davon mit Schweizer Beteiligung, die mit insgesamt 19,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie 0,9 Millionen Franken von Bund und Kantonen gefördert werden. Mit rund 98% der Programmmittel bereits gebunden, befindet sich das laufende Programm in seiner Endphase. Parallel dazu laufen bereits die Vorbereitungen für die kommende Förderperiode 2028–2034.

Viele der neuen Projekte beziehen sich auf die Mobilität. Neue Busverbindungen, flexible Bedarfsverkehre und der Ausbau grenzüberschreitender Bahnangebote sollen dazu beitragen, die Mobilität zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz zu erleichtern und attraktive Alternativen zum Individualverkehr zu schaffen. Die weiteren Projekte decken ein breites Themenspektrum der Programmstrategie ab: von der Energie- und Klimawende über die Anpassung an den Klimawandel bis hin zur Jugendbildung, Beschäftigungsförderung, Risikoprävention und der Aufwertung des gemeinsamen Kulturerbes. Sie verdeutlichen den Anspruch der Programmpartner, konkrete Antworten auf die Herausforderungen des Oberrheinraums zu geben und die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus den drei Ländern weiter zu vertiefen.

Vorbereitung der Förderperiode 2028–2034 schreitet voran

Während die Verhandlungen auf europäischer Ebene zum künftigen Finanz- und Rechtsrahmen noch andauern, bereiten die Programmpartner bereits die nächste Förderperiode vor. In enger Abstimmung mit den Akteurinnen und Akteuren am Oberrhein werden derzeit die künftigen Bedarfe der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit analysiert, um die strategischen Schwerpunkte der kommenden Förderperiode festzulegen. Der Begleitausschuss hat in diesem Zusammenhang bestätigt, dass das Programmgebiet für die Förderperiode 2028–2034 unverändert bleibt. Damit stützt sich das Programm auch in Zukunft auf einen gemeinsamen Kooperationsraum, der eng mit den bestehenden Strukturen am Oberrhein – insbesondere der Oberrheinkonferenz und der Trinationalen Metropolregion – verbunden ist und so die Kontinuität der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gewährleistet.

Die Projekte mit Schweizer Beteiligung im Einzelnen

GeoTresOR zielt darauf ab, das Wissen zur Tiefengeothermie verständlich aufzubereiten und einem breiten Kreis zu vermitteln. Dafür werden Daten, Fachwissen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung grenzüberschreitend zusammengeführt. Ziel ist es, das Vertrauen zu stärken, verständliche Informationen bereitzustellen und langfristig Missverständnisse bei der Realisierung von Tiefengeothermievorhaben im gesamten Oberrheingebiet zu vermeiden. Die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Jura sowie das Bundesamt für Energie beteiligen sich als assoziierte Partner.

Die digitale Plattform zur besseren Erzeugung, Speicherung und Absicherung von Solarstrom FAIR’nRG wird s. g. Prosumer bei der Optimierung ihrer Solaranlagen unterstützen. Sie basiert auf dem sicheren Austausch von Energiedaten und dient zugleich als regulatorisches Experimentierfeld. Von rund dreissig Nutzern getestet, wird sie die Energieerzeugung und -speicherung erleichtern und öffentlichen Akteuren Daten für die Energieplanung liefern. Auf Schweizer Seite übernimmt die FHNW-Hochschule für Wirtschaft die Projektverantwortung. Die Gesamtkosten betragen 1.2 Mio. Euro mit einem Schweizer Budget von 0.35 Mio. Franken.

SOPLAS zielt darauf ab, den Einsatz und das Verhalten von „Superabsorbern“ in land- und forstwirtschaftlichen Böden im Oberrheingebiet besser zu verstehen, auf Grundlage gemeinsamer Beobachtungen und Vergleichsdaten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Nach Projektende sollen gemeinsame Methoden, praxisnahe Instrumente und Alternativen dazu beitragen, Böden langfristig zu schützen und Bewirtschaftungspraktiken anzupassen. Auf Schweizer Seite übernimmt das Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Frick die Projektverantwortung. Die Gesamtkosten betragen 0.9 Mio. Euro mit einem Schweizer Budget von 0.19 Mio. Franken.

Im Rahmen von eTruckCharge werden bestehende Ladestationen in Unternehmen am Oberrhein gemeinsam nutzbar gemacht und ein System zur Reservierung sowie zur Planung von Fahrten mit Elektro-Lkws entwickelt, auch grenzüberschreitend. Es soll die Grundlage für ein Netz schaffen, das das Laden am Lieferort erleichtert und so besser geplante und emissionsärmere Transporte ermöglicht. Auf Schweizer Seite übernimmt die FHNW-Hochschule für Informatik die Projektverantwortung. Die Gesamtkosten betragen 1.3 Mio. Euro mit einem Schweizer Budget von 0.26 Mio. Franken.

Als Fortsetzung eines ersten Projektabschnitts schafft Sundomobich 2 zwei neue Buslinien zwischen dem Sundgau, Basel und dem Kanton Jura, darunter ab September 2027 eine Expresslinie zwischen Dannemarie und Basel St. Johann. Das Projekt soll die täglichen Wege zur Arbeit, Ausbildung und den Zugang zu Dienstleistungen erleichtern und den Menschen im Südelsass eine konkrete Alternative zum Auto bieten. Die Gesamtkosten betragen 2.3 Mio. Euro mit einem Schweizer Anteil von 0.24 Mio. Franken.

Burgen am Oberrhein 2 knüpft an das Vorgängerprojekt an und entwickelt eine Dauerausstellung, neue digitale Angebote und gemeinsame Aktionen, um die Burgen des Oberrheins besser sichtbar zu machen. So profitieren Bevölkerung, Schulklassen und Gäste von neuen Entdeckungsmöglichkeiten, lernen die gemeinsame Geschichte der Region kennen und erkunden Burgen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Auf Schweizer Seite übernimmt die der Burgenverein Porrentruy die Projektverantwortung. Die Gesamtkosten betragen 1.7 Mio. Euro mit einem Schweizer Budget von 0.26 Mio. Franken.

TRI-FIRE bereitet Einsatzkräfte mit Schulungen, Übungen und angepassten Fahrzeugen darauf vor, gemeinsam gegen zunehmend häufige Waldbrände am Oberrhein vorzugehen. Das Projekt soll schnellere und besser koordinierte Einsätze auf beiden Seiten der Grenze ermöglichen, auch in schwer zugänglichen Gebieten. Das Feuerwehr-Inspektorat beider Basel beteiligt sich als assoziierter Partner.

Des Weiteren in die Förderung aufgenommen wurden folgende Projekte:

Coradia kofinanziert den Bau einer Flotte vielseitig einsetzbarer Coradia-Züge für vier Strecken am Oberrhein zwischen Frankreich und Deutschland. Die Züge ermöglichen direktere und regelmässigere Verbindungen im Alltag, ohne Umstieg an der Grenze.

ODIM soll zwischen der Südpfalz und dem Raum Wissembourg ein grenzüberschreitendes On-Demand-Angebot schaffen, das flexible Fahrten als Ergänzung zu Bus und Bahn ermöglicht.

Einrichtung einer Expressbuslinie Rastatt-Haguenau.

Der Kleinprojektefonds Regio Step zur grenzüberschreitenden beruflichen Orientierung und Berufseingliederung fördert Hospitationen, Mobilitätsvorbereitungsseminare sowie deutsch-französische Jugendunternehmensprojekte.

Trail Running baut ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Zentren für Berg- und Trailrunning auf mit ausgebauten Strecken, Schulungen, zweisprachigen Angeboten und Veranstaltungen für alle.

Regio Lab 2 unterstützt Jugendliche, Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, die grenzüberschreitende Berufsausbildung zwischen Frankreich und Deutschland leichter zu nutzen – mit Beratung, sprachlicher Unterstützung und Mobilitätshilfen.

Mit den genehmigten Projekten wurden für die Förderperiode 2021-2027 bereits 98 grenzüberschreitende Projekte in die Interreg-Förderung aufgenommen, was einem Gesamtfinanzvolumen von 114 Mio. Euro und mehr als 98% des insgesamt für das Programm zur Verfügung stehenden Förderbetrags entspricht. Auf Schweizer Seite sind in 57 Projekten 13.6 Mio. (6.4 Bund und 7.2 Kantone) von insgesamt 16.4 Mio. Franken gebunden.
 

Zur Website des Programms Interreg Oberrhein

In den Sozialen Medien: @InterregRSOR

 

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