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12.10.2020

Interreg-Kleinprojekt «Solidarische Nachbarn» sammelt Filmstatements zum Lockdown

Im Rahmen des Interreg-Kleinprojekts «Solidarische Nachbarn – Von den Nachbarn lernen» wurden Filmstatements zu den Erfahrungen verschiedener Organisationen der lokalen Ernährungsindustrie während der Corona-Krise ab Mitte September gesammelt und sind nun online einsehbar.

Die Vereine Fabrik in Freiburg, Maison de la Citoyenneté Mondiale in Mulhouse und Kontaktstelle für Arbeitslose in Basel führen 2020 bis 2021 das Interreg Kleinprojekt «Solidarische Nachbarn – Von den Nachbarn lernen» durch. Inhaltlich befasst sich das Projekt mit grenzüberschreitender, verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Nahrungsmittelversorgung und mit dem Potenzial von Gemeinschaftsgärten. Im Zentrum stehen mehrere Workshops mit urbanen Gärten und Produzentinnen und -produzenten aus der Region. Thematisiert werden insbesondere eine nachhaltige, lokale Ernährung und die Nahrungsmittelversorgung. 

Aufgrund von Covid-19 konnten die geplanten Workshops zeitweise nicht durchgeführt werden. Deshalb wurde von den Solidarischen Nachbarn während des Lockdowns eine neue Form der Zusammenarbeit entwickelt: Sie sammelten im Rahmen von kurzen Filmausschnitten (mit Handy, Zoom, Kamera, etc.) in Mulhouse, Freiburg und Basel Statements, die sich folgenden Fragen widmen: Welche Erfahrungen machen Organisationen in der Lebensmittelindustrie während des Lockdowns? Verändern diese Erfahrungen in Zukunft das lokale Produktion-, Konsum- und Verkaufsverhalten? 

Die Antworten der Interviewpartnerinnen und -partner zeigen auf: 

  • Lokale Produzentinnen und -produzenten sowie Läden haben während des Lockdowns Absatzmärkte verloren. Gleichzeitig entstanden aber auch neue Initiativen wie z.B. ein Lieferservice, der lokale Produkte direkt zu den Konsumentinnen und Konsumenten nach Hause bringt. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher waren während des Lockdowns daran interessiert, die lokale Ernährungsindustrie zu unterstützen. Nach Aufhebung des Lockdowns, sind die meisten allerdings wieder auf ihr gewohntes Konsumverhalten umgestiegen.
  • Besonders gefordert waren Bauernbetriebe: Ausländische Landarbeiterinnen und -arbeiter mussten durch lokale Freiwillige ersetzt werden. Diese konnten die Arbeitskraft der ausländischen Landarbeiterinnen und -arbeiter zwar nicht ersetzten, es entstanden aber viele wertvolle Begegnungen und Erfahrungen. Zudem wurden den Interessierten die harten Arbeitsbedingungen vor Augen geführt.  
  • Die privaten Gärtnerinnen und Gärtner in den urbanen Gärten erkannten, dass gärtnern insbesondere in der Krise Sinn macht: Die Produktion von bezahlbarem Bio-Gemüse, soziale Kontakte und regemässige Bewegung halfen in dieser schwierigen Zeit gesund und zufrieden zu bleiben. 

Allen Interviewten gemeinsam ist die Hoffnung, dass die Covid-19 Pandemie neue Perspektiven eröffnet und das Bewusstsein für die Qualität und Relevanz einer regionalen und nachhaltigen Lebensmittelversorgung gestärkt wird. 

Die Filmbeiträge sind einsehbar unter solidarische-nachbarn.eu/statements/

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