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12.06.2020

Grenzgängerinnen und Grenzgänger in Deutschland und Frankreich

Zahlen zu Grenzgängerinnen und Grenzgänger im Dreiland sind allgemein bekannt. Doch wie sehen die Zahlen in unseren Nachbarländern generell aus? 2019 gab es in Deutschland über 180’000 Einpendlerinnen und Einpendler aus den Nachbarländern, in Frankreich waren es bloss 10'000. Ein Überblick über die Grenzgängerinnen und Grenzgänger bei unseren Nachbarn. 

Leben in einem Europa ohne Grenzen – das ist derzeit wegen der COVID-19-Krise unmöglich. Die Einschränkungen an den Grenzen spüren auch die Pendlerinnen und Pendler aus dem Ausland. Als Grenzgängerin oder Grenzgänger gelten Beschäftigte, die in einem Land A arbeiten und ihren Wohnort im angrenzenden Ausland haben, egal welche Staatsbürgerschaft sie haben. 

Grenzgängerinnen und Grenzgänger in Deutschland

Deutschland zählte 2019 180'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die in Deutschland arbeiten und im Ausland wohnen. Die Mehrheit der Grenzpendler kam im Jahr 2019 aus Polen (ca. 72’000), gefolgt von Frankreich (ca. 46’000), Tschechien (ca. 35’000) und Österreich (ca. 11’000). Die Karte des Bundesinstituts für Bau- Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt auch die Anforderungsniveaus der Berufe, in denen die ausländischen Einpendler tätig sind. Fast alle Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Polen und Tschechien sowie mehr als 85% der Pendlerinnen und Pendler aus Frankreich, sind als Helferinnen und Helfer sowie als Fachkraft tätig. Aus anderen Ländern kommen vor allem Spezialistinnen und Spezialisten sowie Expertinnen und Experten.

Grenzgängerinnen und Grenzgänger in Frankreich

Nach Frankreich pendeln im Vergleich zu Deutschland weniger Menschen. Seit 1999 ist die Zahl stabil geblieben. Aufgrund der Situation des französischen Arbeitsmarktes arbeiten die in Frankreich wohnhaften Personen tendenziell eher im Ausland als umgekehrt. So arbeiten mit Abstand die meisten Franzosen in Luxemburg (2015: 75'000) und in der Schweiz (2015: 180'000), wobei sie vor allem in der Genferseeregion und der Region Basel tätig sind. Nach Deutschland (2015: 45'000) und Belgien (2015: 35'000) pendeln deutlich weniger Personen. Dabei lässt sich feststellen, dass mehr als die Hälfte als Arbeiterinnen und Arbeiter angestellt sind. Hinzu kommt, dass die Grenzgängerinnen und Grenzgänger nach Deutschland im Durchschnitt älter sind als französische Grenzgängerinnen und Grenzgänger in andere Länder. Nach Luxemburg, Monaco und in die Schweiz pendeln weniger Arbeiterinnen und Arbeiter und mehr Personen mit höherem Bildungsabschluss. Pendlerzahlen nach Spanien und Italien, sowie über den Ärmelkanal nach Grossbritannien sind sehr gering. 

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