News Förderprogramme, Interreg, NRP
18.09.2026
Erste vier Kleinprojekte erhalten Förderung aus dem Fonds «Wissen schafft Gesellschaft»
Interreg Oberrhein fördert Kleinprojekte, die den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft stärken und die Ergebnisse öffentlicher Forschung einem breiten Publikum zugänglich machen. Vier Projekte wurde nun ausgewählt, drei davon mit Schweizer Beteiligung. Weitere Stichdaten zur Eingabe von Anträgen sind am 15. Oktober 2026 und am 15. März 2027.
Zukunftstechnologien verstehen und Vertrauen schaffen: «Trust-ET – Trusting Emerging Technologies»
Künstliche Intelligenz, Robotik oder Quantencomputing prägen zunehmend unseren Alltag. Doch wie funktionieren diese Technologien eigentlich? Trust-ET möchte Zukunftstechnologien verständlich machen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. Anstelle klassischer Vorträge setzt das Projekt auf interaktive Formate: Besucherinnen und Besucher können Anwendungen künstlicher Intelligenz ausprobieren, Roboter erleben, sich über Cybersicherheit informieren und mit Forschenden ins Gespräch kommen. Im Mittelpunkt steht nicht die Technik selbst, sondern ihre Bedeutung für unseren Alltag – in Bereichen wie Gesundheit, Mobilität, Energie oder Industrie. Gemeinsam entwickeln Partner aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz eine Wanderausstellung sowie mobile Demonstratoren, die an verschiedenen Orten im Oberrheingebiet präsentiert werden. Das Projekt mit einem Budget von 76'000 Euro (Anteil Schweiz Fr. 45'000) wird von der CESI in Strasbourg getragen, Schweizer Partner ist die Hochschule für Wirtschaft der FHNW.
Wenn die Wissenschaft zu den Menschen kommt: «Eucor MobiLab Tour 2027»
Das innovative, nachhaltige und mobile Tiny House, entwickelt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), macht Station in den Universitätsstädten am Oberrhein und bringt Forschung dorthin, wo Menschen leben und arbeiten. Schülerinnen und Schüler, Studierende, Berufstätige und Interessierte erhalten die Möglichkeit, Forschende kennenzulernen, an interaktiven Formaten teilzunehmen und aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen aus nächster Nähe zu erleben. Nach einer ersten grenzüberschreitenden Tour 2023 steht die Ausgabe 2027 ganz im Zeichen der beiden eng miteinander verbundenen Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit. Neue Beteiligungsformate rund um Citizen Science, Entrepreneurship und in den Eucor-Universitätsstädten entwickelten Innovationen ergänzen das Programm und fördern den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Dieses Projekt wird vom KIT und seinen Partnern, darunter die Universität Basel, getragen mit einem Budget von 57'700 Euro (Anteil Schweiz Fr. 14'200).
Zukunftstechnologien mit den eigenen Händen erleben: «HelpMeTouch»
Wie kann eine Prothese Berührungen wahrnehmen? Und wie helfen intelligente Sensoren dabei, medizinische Hilfsmittel besser an den Menschen anzupassen? Antworten auf diese Fragen gibt dieses Projekt mit interaktiven Experimenten, das Wissenschaft für alle erlebbar macht. Ausgehend von den Forschungsergebnissen des Interreg-Projekts HelpMeWalk, entwickelt HelpMeTouch Mitmachformate, die innovative Sensor- und Assistenztechnologien verständlich erklären. Besucherinnen und Besucher können unter anderem mit sensorgestützten Handschuhen versteckte Gegenstände ertasten, während ein digitales Modell ihre Bewegungen sichtbar macht. Ein weiteres Exponat zeigt, wie Sensoren in einer Armprothese künstliche Berührung erfassen und darstellen können. Die Workshops werden bei zahlreichen Wissenschafts- und Kulturveranstaltungen am gesamten Oberrhein angeboten und vermitteln anschaulich, wie Ingenieurwissenschaften, Informatik und Künstliche Intelligenz zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen können. Das Projekt mit einem Budget von 108'000 Euro (Anteil Schweiz Fr. 37'000) wird von der Universität Strasbourg getragen, Schweizer Partner sind die Hochschule für Life Sciences der FHNW und die Firma BellwaldTEC GmbH.
Ein weiteres Projekt ohne Schweizer Beteiligung: «Klimaspuren: Pfälzerwald–Vogesen»
Zweisprachige Lehrpfade mit Informationstafeln erklären anschaulich, wie sich der Klimawandel bereits heute auf Landschaften, Wälder und die Luftqualität am Oberrhein auswirkt. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse werden verständlich erklärt und direkt mit den Beobachtungen vor Ort verknüpft. So entsteht eine Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft – mitten in der Natur.
Zu den Projekten
Zum Projektaufruf mit Fristen 15. Oktober 2026 und 15. März 2027
