News Regio Basiliensis
18.08.2026
Durchmesserlinie Basel: Wie gelingt der Quantensprung für den öffentlichen Verkehr?
Rund 120 Teilnehmende folgten am 17. August 2026 der Einladung der Regio Basiliensis, der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz und der Handelskammer beider Basel. Anlass war die Regio-Plattform «Durchmesserlinie Basel». Klar wurde: Das Projekt braucht politische Allianzen. Und es braucht eine überzeugende Vermittlung seines Nutzens.
Der S-Bahn-Ausbau bewegt die Region wie kaum ein anderes Thema. Ende 2025 gelang ein wichtiger Befreiungsschlag: der Wechsel vom Herzstück zur redimensionierten Durchmesserlinie. Nun setzt der Bund mit der Vorlage Verkehr '45 die langfristigen Leitplanken für die Verkehrsinfrastruktur.
Die Präsidentin der Regio Basiliensis, Dr. Kathrin Amacker, begrüsste die Teilnehmenden aus dem Dreiland und dankte für das rege Interesse. Sie verwies auf die aktuelle Botschaft des Bundesrats. Diese legt die Projekte im Schienen-, Strassen- und Agglomerationsverkehr bis 2045 fest. Als wichtigen Meilenstein nannte sie zudem die Mitteilung der Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie der Handelskammer beider Basel von Ende 2025: Das Projekt Herzstück wird zur Durchmesserlinie redimensioniert.
Dr. Patrick Leypoldt, Geschäftsführer von Agglo Basel, erläuterte anschliessend Stand und nächste Schritte. Die Durchmesserlinie soll als unterirdische S-Bahn-Verbindung den Bahnhof Basel SBB direkt mit dem Badischen Bahnhof verknüpfen. So bringt sie die Korridore und Talschaften der ganzen trinationalen Region zusammen.
Unter der Moderation von Dieter Kohler diskutierten:
- Florence Brenzikofer, Nationalrätin Basel-Landschaft
- Martin Dätwyler, Direktor Handelskammer beider Basel und Landrat Basel-Landschaft
- Patricia von Falkenstein, Nationalrätin Basel-Stadt
- Esther Keller, Regierungsrätin Basel-Stadt, Bau- und Verkehrsdepartement
- Christoph Zurflüh, Geschäftsführer Komitee Durchgangsbahnhof Luzern
Der Tenor war klar: Nur geschlossen hat die Nordwestschweiz eine Chance in Bern. Es braucht Allianzen und dauerhaftes Lobbying. Nur so lassen sich Mehrheiten im Parlament sichern. Die Durchmesserlinie entlastet den Regionalverkehr von Güter- und Fernverkehr. Sie stärkt den öffentlichen Verkehr und zahlt auf die Klimaziele ein. Kritisiert wurde, dass drei geplante S-Bahn-Haltestellen in der Bundesbotschaft fehlen. Sie müssten im Parlament wieder aufgenommen werden. Denn der Bahnknoten Basel funktioniert nur als Gesamtsystem. Christoph Zurflüh zog die Parallele zu Luzern: Auch dort war regionale Geschlossenheit der Schlüssel zum Erfolg.
Zum Schluss appellierte Felix Wettstein, Co-Präsident der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz an Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft der Dreiländerregion: Nur mit einer Stimme in Bundesbern lässt sich das Projekt durchbringen. Eine Konkurrenz der Regionen untereinander gilt es zu vermeiden.

