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06.12.2019

Abschluss des trinationalen Forschungs- und Praxisprojekts MARGE

Am Abschlusskolloquium am 15. November 2019 des Interreg-Projekts MARGE zur sozialen Stadtentwicklung am Oberrhein unter Leitung der Hochschule für Soziale Arbeit ESEIS in Strasbourg und mit Schweizer Beteiligung der Hochschule für Soziale Arbeit der FHNW wurden die Projektergebnisse vorgestellt. Die Zusammenarbeit wird über die Finanzierung durch Interreg hinaus weitergeführt.

Marginalisierte Quartiere in den Randbezirken der grossen deutschen, französischen und Schweizer Städte der Oberrheinregion werfen in unseren Gesellschaften Fragen der sozialen Integration und der Chancengleichheit auf. Trotz der Ähnlichkeiten von Herausforderungen und Schwierigkeiten, mit denen sowohl die Quartiere wie auch die bestehenden Stadtentwicklungsprogramme konfrontiert sind, ist den jeweiligen Vertreterinnen und Vertreter sowie den Fachleuten der sozialen Integration meist kaum bekannt, welche Inhalte und Ansätze in den beiden anderen Ländern des Oberrheins behandelt werden. 

Vor diesem Hintergrund zielte das trinationale Projekt MARGE – Einbindung benachteiligter Quartiere in der Oberrheinregion darauf ab, ein gegenseitiges Kennenlernen und einen Austausch von Methoden und Praktiken anzuregen. Damit soll auf lange Sicht eine stärkere Zusammenarbeit und ein Zusammenrücken der Akteure sozialer Innovation im Oberrheingebiet initiiert werden.  

Das Projekt wurde von der Hochschule für Soziale Arbeit ESEIS in Strasbourg, der Katholischen Hochschule Freiburg und der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel getragen. Finanziert wurde es durch das EU-Förderprogramm Interreg Oberrhein, sowie durch Mittel der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Aargau. Das dreijährige Projekt (2017-2019) basierte dabei auf drei Achsen: 

  • Strukturierte Feldforschung 
  • Grenzüberschreitender Transfer innovativer Massnahmen mit Erstellung eines Toolkits 
  • Entwicklung eines trinationalen Weiterentwicklungsangebots im Bereich Sozialer Stadtentwicklung 

Beteiligt waren die französischen Quartiere Meinau-Neuhof und Port du Rhin in Strasbourg sowie die Stadt Saverne, die deutschen Quartiere Kehl-Kreuzmatt, Freiburg-Haslach und Freiburg-Weingarten und auf Schweizer Seite das Quartier Klybeck-Kleinhüningen in Basel sowie die Gemeinden Pratteln (BL) und Suhr (AG).

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 15. November 2019 im Freiburger Regierungspräsidium stellten die Projektträger gemeinsam mit ihren Partnern aus den beteiligten Quartieren die wesentlichen Etappen, Eindrücke und Ergebnisse von MARGE vor. 

In grenzüberschreitenden Feldforschungsbesuchen erkundeten die Akteure der neun beteiligten Quartiere innovative Projekte sozialer Stadtentwicklung in den Quartieren der Nachbarländer. Diese dienten als Inspiration für die Entwicklung von Massnahmen im eigenen Quartier. Die im Rahmen der Feldforschungen vorgestellten Projekte wurden nun gemeinsam mit den Forschungsergebnissen des Projekts und Grundlagentexten zu Themen der sozialen Stadtentwicklung in einem Toolkit veröffentlicht. Es steht online in Deutsch und Französisch zum kostenlosen Download zur Verfügung.  Durch die Veröffentlichung des Toolkits soll der Zugang zu den Ergebnissen auch weiteren Gemeinden und Quartieren, die nicht am Projekt selbst beteiligt waren, ermöglicht werden. Die darin enthaltenen Hinweise zum Transfer und Kontaktadressen erleichtern die Umsetzung. So soll MARGE auch über das Projektende hinaus im Bereich sozialer Stadtentwicklung wirken.

Die Vernetzung der Akteure der sozialen Stadtentwicklung aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz aus den neun beteiligten Quartieren ist ein wichtiger Erfolg des Projekts. Die beteiligten Partner aus Sozialer Arbeit, Verwaltung, Politik und Bürgerschaft wollen weiterhin im Austausch bleiben. Somit werden auch die trinationalen Fachtage, die jährlich im Wechsel an den drei projektragenden Hochschulen durchgeführt werden, bestehen bleiben. Der erste Fachtag fand im Oktober diesen Jahres in Freiburg zur Frage des bezahlbaren Wohnraums statt. Neben internationalen Keynotes stellten sich auch Projekte aus der Oberrheinregion vor. Die nächste MARGE-Fachtagung wird am 13. und 14. Oktober 2020 an der Hochschule für Soziale Arbeit der FHNW in Muttenz stattfinden.

Weitere Informationen zu MARGE finden sich auf der Webseite des Projekts oder in unserer Projektdatenbank

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