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05.06.2020

Abschluss des Interreg-Projekts VITIFUTUR – Transnationale Plattform für angewandte Forschung und Weiterbildung im Weinbau

Ziel des dreijährigen Interreg-Projekts VITFUTUR war die Entwicklung von innovativen Strategien für einen nachhaltigen Weinbau, insbesondere die Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf das unbedingt notwendige Mass. Nun ziehen die Projektpartner Bilanz. 

Für den nachhaltigen Weinbau am Oberrhein sind neue, resistente Rebsorten eine unabdingbare Voraussetzung. Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Projekts lagen auf der Rebkrankheit Falscher Mehltau, Viruskrankheiten der Weinrebe und die Holzkrankheit Esca.

Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf ca. 4. Mio.  Euro. Davon wurden rund 2 Mio. Euro durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aus dem Programm Interreg V Oberrhein getragen. Die Schweizerische Eidgenossenschaft im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) sowie die Kantone Aargau, Basel-Stadt und Basel-Landschaft kofinanzierten das Projekt auf Schweizer Seite mit insgesamt ca. 60‘000 Franken. Die restlichen Mittel wurde von den Projektpartnern selbst aufgebracht. Getragen wurde das Projekt vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg (WBI) und auf Schweizer Seite vom Swiss Nanoscience Institute (SNI) in Basel.  

Neue, resistente Rebsorten

Gewonnen wurden neue und resistente Sorten durch die Kreuzung von resistenten Wildreben mit traditionellen europäischen Rebsorten. Für diese neue Generation von Sorten sind gleich mehrere Resistenzfaktoren gegenüber dem Falschen und Echten Mehltau kombiniert worden. So ist es möglich, den Einsatz von Fungiziden auf das unbedingt notwendige Mindestmass zu reduzieren und bedeutet eine Reduktion um bis zu 75 % im Vergleich zu den anfälligen Standardsorten.

Bedeutung und Vorkommen von Viruskrankheiten

Ein weiterer Forschungsstrang des Projekts konzentrierte sich auf Viruskrankheiten bei Weinreben. Diese können zu einer Ertragsminderung und einer verkürzten Nutzungsdauer der Weinberge führen. Ziel von VITIFUTUR war es, effiziente Methoden zur Virenerkennung und nachhaltige Kontrollstrategien zu entwickeln. Dafür wurden von der Bioreba AG aus Basel Diagnosemethoden entwickelt, die eine schnelle und sichere Identifizierung viruskranker Weinreben erlauben.

Studien zu Holzkrankheiten

Zudem führte VITIFUTUR eine Studie zur Holzkrankheit Esca durch. Seit Jahren ist die Esca Krankheit eine der grössten Herausforderungen im Weinbau am Oberrhein. Die Krankheit führt zum Absterben der Rebstöcke und wird durch holzzerstörende Pilze verursacht. Im Projekt VITIFUTUR befassten sich grenzüberschreitend alle Projektteilnehmer mit praxistauglichen Methoden, die eine Ausbreitung der Krankheit verhindern. Es wurden neue Erkenntnisse über die Erreger und die Ursachen des Absterbens der Rebstöcke und Möglichkeiten der Bekämpfung der Krankheit gewonnen.

Wissenstransfer in die weinbauliche Praxis am Oberrhein

Ein entscheidender Mehrwert des Projekts war der Wissenstransfer in die Praxis. Hierzu wurde eine transnationale Plattform zur Weitergabe der durch VITIFUTUR erzielten Ergebnisse an die Weinbaubetriebe diesseits und jenseits der Grenze eingerichtet. Seminare für Winzer, Demonstrationsversuche und Broschüren dienen der Information über die erzielten Ergebnisse. Durch die Beteiligung von Winzern und Einrichtungen des praktischen Weinbaus in den drei beteiligten Weinbauregionen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz wurde eine rasche Etablierung der erarbeiteten Verfahren in der Praxis gewährleistet. In Rahmen von VITIFUTUR hat aber auch die Information einer breiten Öffentlichkeit am Oberrhein über das Projekt stattgefunden. In zahlreichen Veranstaltungen wurden die Ergebnisse von VITIFUTUR der Bevölkerung vorgestellt.

Interreg-Projekt VITIFUTUR

 

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