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19.01.2026
Arbeitsmärkte im Umbruch: Wie Demografie Digitalisierung und Klimawende Europas Regionen neu formen
Demografischer Wandel, digitale Transformation und grüne Wende verändern die Arbeitsmärkte Europas grundlegend jedoch nicht überall gleich stark. Das ESPON Projekt OVERLAP zeigt deutliche regionale Unterschiede auf. Während einige Regionen von neuen Beschäftigungschancen profitieren, drohen anderen bis 2035 erhebliche Arbeitsplatzverluste. Die Studie macht deutlich, weshalb gezielte politische Massnahmen entscheidend sind, um die Wettbewerbsfähigkeit und soziale Stabilität der Regionen zu sichern.
Das Forschungsprojekt «Overlapping crises (re)shaping the future of regional labour markets» (OVERLAP), welches im Dezember 2025 abgeschlossen wurde, untersuchte detailliert, wie überlappende Krisen regionale Arbeitsmärkte in Zukunft beeinflussen werden. Das Projekt OVERLAP zeigt, dass die Beschäftigungsaussichten in den NUTS-3-Regionen (kleine Regionen) Europas sehr unterschiedlich sind. Bis 2035 werden voraussichtlich 81 Prozent der analysierten Regionen einen Rückgang der Gesamtbeschäftigtenzahl verzeichnen. Für die Analyse hat das Projekt drei Aspekte gezielt angeschaut: die Demografie, die digitale Transformation und die grüne Wende und deren Chancen und Risiken für die einzelnen Regionen eruiert. Die Demografische Veränderung und die Alterung der Bevölkerung verändert Europa, so dass bis 2050 ca. 30% der Bevölkerung über 65 Jahre alt ist. Das Schrumpfen der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verschärft den Fachkräftemangel und belastet die Sozialsysteme auf dem gesamten Kontinent. Die digitale Transformation fordert zunehmende technologische Kompetenzen der Beschäftigten. Der Fachkräftemangel im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie wird die wirtschaftliche Entwicklung vieler Regionen hemmen. Da digitalisierte Unternehmen vor allem in städtischen Zentren profitieren, wird sich die Kluft zwischen städtischen und ländlichen Gebieten vergrössern. Das Anstreben der Klimaneutralität durch die EU erfordert grosse Investitionen in grüne Energie und Infrastruktur. Dadurch könnten bis 2030 insbesondere im Baugewerbe und im Dienstleistungssektor über drei Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Regionen mit kohlestoffintensiven Industrien drohen jedoch Arbeitsplatzverluste, wenn keine umfassenden Umschulungsprogramme umgesetzt und Anreize gesetzt werden.
Laut dem Projekt braucht es gezielte politische Schritte, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Berufs- und Weiterbildung müssten digitale und grüne Kompetenzen in den Mittelpunkt rücken. Dank Arbeitsmarktprogrammen und besseren Sozialleistungen sollen Frauen, Jugendliche und Senioren stärker einbezogen werden. Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Dienste seien nötig, um die Abwanderung aus weniger entwickelten Regionen zu stoppen. Digitale und grüne Infrastruktur sollen überall ausgebaut werden und EU-Mittel sollten strategisch in lebenslanges Lernen fliessen. Dank einer klugen Steuerung der Migration können neue Arbeitskräfte und Talente gewonnen werden, während Sprachkurse, berufliche Anerkennung und soziale Sicherheit die Integration erleichtern.
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