Programmes de coopération, Interreg, NPR

15 avril 2026

Erfolgreicher Abschluss dreier innovativer Transfer-Projekte

«HelpMeWalk», «aura.ai» und «VarioPore» haben in den letzten zwei Jahren innovative Entwicklungen in den Bereichen Health Tech und e-Kundensicherheit im ÖV beschleunigt und die angewandte Forschung vorwärtsgebracht. Alle drei Projekte bestanden aus einem grenzüberschreitenden trinationalen Konsortium mit der FHNW als Schweizer Partnerin. Die Förderung kam herausragenden Wissens- und Transferprojekten im Rahmen der Wissenschaftsoffensive von Interreg Oberrhein zugute.

Im Rahmen des Projekts HelpMeWalk wurde ein intelligentes Textil entwickelt, das den bei der Anfertigung von Fuss-Knöchel-Orthesen üblichen Gipsabdruck ersetzen kann. Im Gegensatz zum Gipsabdruck ist dieses neue Verfahren eine saubere, schnelle, präzise und digitale Lösung. Der Prototyp des intelligenten Textils konnte an zahlreichen Patienten getestet werden, insbesondere bei der Basler Orthopädie. Die Hochschule Furtwangen trug mit ihrem Fachwissen im Bereich der Verkapselung elektronischer Schaltungen bei. Die Hochschule Kaiserslautern und die Université de Strasbourg haben zur Entwicklung der Softwareteile des Systems beigetragen. Die Hochschule für Life Sciences der FHNW hat die elektronischen Schaltungen, das Textil und die Firmware sowie einen Teil der Software entwickelt. Der Reifegrad des Prototyps und seine Validierung durch Orthopädietechniker aus der Oberrheinregion unter realen Bedingungen an Patienten stellen einen seltenen Erfolg bei Forschungsprojekten dar. Das Konsortium möchte die Entwicklung der Technologie in einem Spin-off fortsetzen und auch nach Projektende gemeinsam weiterforschen.

Ziel des Projekts aura.ai ist es, den Zugang zu digitalen Mobilitätsdiensten im grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr zu vereinfachen. Reisende sollen sich mit einem einzigen Benutzerkonto auf verschiedenen Plattformen anmelden können, ohne dass ihre Identität überall vollständig offengelegt werden muss. Das trinationale Konsortium des Projekts gebildet aus der Hochschule Karlsruhe, der Université de Haute Alsace und der Hochschule für Technik der FHNW arbeitete für das Projekt gemeinsam mit den beiden Unternehmen init innovation in traffic systems SE aus Karlsruhe und NEOMIA aus Sausheim im Elsass. Die FHNW entwickelte einen Authentifizierungs-Proxy namens CoNym, der drei zentrale Anforderungen verbindet: plattformübergreifende Authentifizierung, Pseudonymisierung personenbezogener Daten und fortlaufende Reauthentifizierung auf Basis von Verhaltensmerkmalen. Der Schweizer Beitrag ist inhaltlich zweigeteilt. Erstens ermöglicht CoNym eine kontinuierliche Reauthentifizierung, welche nicht nur einen einmaligen Login prüft, sondern fortlaufend bewertet, wie wahrscheinlich es ist, dass die aktuelle Nutzung noch dem erwarteten Benutzer entspricht. Zweitens realisiert CoNym eine Pseudonymisierung zwischen Proxies, ohne dass dafür umfassendes Vertrauen in die gesamte Infrastruktur vorausgesetzt wird. Gerade im grenzüberschreitenden Kontext ist diese Verbindung von Interoperabilität, Sicherheit und Datenschutz besonders relevant. Technisch verfolgt CoNym einen pragmatischen und nachhaltigen Ansatz. CoNym baut auf bestehenden und etablierten Standards auf. Dadurch entstand nicht nur eine projektspezifische Lösung, sondern ein technisch anschlussfähiger Beitrag mit Perspektive über den unmittelbaren Projektrahmen hinaus.

Einige Infektionskrankheiten, wie die Borreliose, entwickeln sich mit alarmierender Geschwindigkeit, was teilweise auf die globale Erwärmung zurückzuführen ist. Gegenwärtig stützt sich die Diagnose dieser Infektionskrankheiten im Allgemeinen auf Tests, die in medizinischen Laboren durchgeführt werden und oft kostspielig, zeitaufwändig und manchmal unzuverlässig sind. Das Forschungsvorhaben von VarioPore entwickelte eine empfindliche, auf Nanoporen basierende Sensorik zur Diagnose von Infektionskrankheiten. Das Konsortium bestehend aus den Hochschule Furtwangen, der Université de Haute Alsace und der Hochschule für Life Science der FHNW konnte langzeitstabile Poren herstellen und in Versuchen vielversprechende Ansätze für die Detektion von Borreliose nachweisen. Diese Ergebnisse müssen nun weiter konsolidiert und durch zusätzliche Messreihen abgesichert werden. Der Beitrag der FHNW beinhaltete die Entwicklung der Nanoporen auf Membranen, welche von der Hochschule Furtwangen hergestellt wurden. In Zusammenarbeit mit der Université du Haute-Alsace entstand ein skalierbares Designkonzept für dynamisch variable Poren, von submillimetergrossen Strukturen bis hin zu Nanoporen. Ein reproduzierbarer Herstellungsprozess wurde etabliert, bei dem Nanoporen gezielt auf mikroporösen Membranen erzeugt und funktionalisiert werden.

Mehr Informationen zur Wissenschaftsoffensive sowie Erklärfilme zu den drei Projekten finden Sie hier.

Bildunterschrift: Anfertigung einer Fuss-Knöchel-Orthese im Rahmen von «HelpMeWalk»
Bildnachweis: BellwaldTEC GmbH Muttenz

 

Retour