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28 mai 2020

Grenzüberschreitende Gesundheitskooperation am Oberrhein in Zeiten von COVID-19

Das Coronavirus stellte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen vor nie dagewesene Herausforderungen. Das trinationale Kompetenzzentrum TRISAN erfasst die wichtigsten Fragestellungen und konkreten Entwicklungen während der Pandemie in der Region. 

Das Coronavirus stellte die Welt, Europa und auch die Oberrheinregion vor neue Herausforderungen. Allein die Schliessung der innereuropäischen Grenzen erschwerte zu Beginn vielen Pendlerinnen und Pendlern, die im Nachbarland im medizinischen Bereich tätig sind, den Weg zur Arbeit. Die Patientenmobilität war zeitweise stark eingeschränkt: so galt der Besuch beim Arzt im Nachbarland zumeist nicht als triftiger Grund für einen Grenzübertritt.

Auf struktureller Ebene führte die Pandemie zu einer Verschiebung der Zuständigkeiten, was den Austausch von Informationen und die Identifizierung geeigneter Ansprechpartner erschwerte. Spezialisierte, grenzüberschreitende Strukturen, wie etwa der Expertenausschuss «EpiRhin» der Deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinkonferenz, wurden von nationalen Akteuren überlagert. Die Kommunikation und Entscheidungsfindung in der Krise finden also zumeist auf höchster politischer und diplomatischer Ebene statt. 

Die lokale und regionale grenzüberschreitende Gesundheitskooperation muss in dieser Situation neue Wege gehen. Ein starkes Zeichen europäischer Solidarität war vor allem die schnelle und unbürokratische Aufnahme elsässischer Patienten u.a. durch deutsche Bundesländer und Schweizer Kantone. Vor dem Hintergrund zunehmender Lockerungen in den drei Ländern des Oberrheins rücken weitere Aspekte in den Fokus. Wie kann bei verschiedenen Teststrategien die Entwicklung der Infektionszahlen verglichen werden? Gelingt es den Gesundheitsämtern Infektionsketten auch grenzüberschreitend nachzuverfolgen? 

Das trinationale Kompetenzzentrum TRISAN erfasst diese und weitere Fragestellungen und dokumentiert die konkreten Entwicklungen während der Pandemie in der Oberrheinregion in Kooperation mit dem Euro-Institut in Kehl. Zudem informiert das mit Interreg-Mitteln unterstützte Kompetenzzentrum auf seiner Webseite seit Beginn der Krise über offizielle Quellen zum aktuellen Geschehen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf Deutsch und auf Französisch. Nicht zuletzt nimmt TRISAN als Beobachter an einer mehrmals wöchentlich stattfindenden Telefonkonferenz mit Gesundheitsakteuren aus dem Oberrheingebiet teil. Auf Schweizer Seite engagieren sich die Gesundheitsämter der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Jura im TRISAN-Netzwerk.

Fotoquelle: TRISAN.

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