Transports et mobilité
03 juin 2026
Eine Reise, ein Ticket: EU plant einfachere Bahnreisen
Um nahtloses Reisen in ganz Europa zu ermöglichen, hat die Europäische Kommission neue Vorschriften vorgeschlagen. Diese sollen die Planung und Buchung von Regional-, Fern- und grenzüberschreitenden Reisen, insbesondere bei Bahnfahrten, an denen mehrere Betreiber beteiligt sind, vereinfachen.
Wer künftig grenzüberschreitend Bahn fährt, soll die vollständige Strecke in einem einzigen Schritt buchen können, auch dann, wenn mehrere Betreiber daran beteiligt sind. Die EU beabsichtigt, Bahnunternehmen zur Weitergabe von Ticket- und Fahrplandaten zu verpflichten und eine stärkere Öffnung bestehender Systeme durchzusetzen. Dadurch soll der Preisvergleich einfacher werden, und kombinierte Verbindungen sollen sich unkomplizierter buchen lassen. Zugleich würden einheitliche Fahrgastrechte wirksam.
Hinter der Reform stehen auch klimapolitische Absichten. Die EU-Kommission möchte mehr Menschen dazu bewegen, auf Kurzstreckenflüge zu verzichten und stattdessen den Zug zu wählen. Internationale Bahnreisen gelten als deutlich umweltschonender als Flüge, scheitern bislang jedoch oft an intransparenten Buchungswegen, uneinheitlichen Standards und fehlender Kompatibilität verschiedener Systeme.
Nicht alle Beteiligten stehen den Plänen positiv gegenüber. Der europäische Bahnverband CER warnt, verpflichtende Datenweitergaben könnten die Unternehmen finanziell erheblich belasten. Der Verband plädiert dafür, dass die EU vorrangig in den Infrastrukturausbau investiere, statt neue Vertriebsvorschriften einzuführen.
In der Schweiz wird der Vorstoss grundsätzlich begrüsst. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) unterstützt ein vereinfachtes grenzüberschreitendes Ticketing. Die SBB teilen dieses Ziel, sind jedoch der Ansicht, dass die Bahnbranche die nötigen Verbesserungen auch ohne neue gesetzliche Vorgaben erreichen kann.
