Éducation, recherche et innovation

04 mars 2026

Startschuss für die Projekte der grenzüberschreitenden Wissenschaftsoffensive

Im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung am 3. März 2026 in Karlsruhe wurden sieben von der Fachjury ausgewählte Projekte der Wissenschaftsoffensive erstmals öffentlich vorgestellt – vier davon mit Schweizer Beteiligung. Der Oberrhein zeigt, wie europäische, nationale und regionale Programme gebündelt werden können, um wissenschaftliche Erkenntnisse in technologische Lösungen mit gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzen zu überführen.

Im Zentrum der Veranstaltung auf dem Campus Technologiepark der Hochschule Karlsruhe stand die Präsentation dieser Vorhaben sowie die Sichtbarmachung der grenzregionalen Zusammenarbeit als entscheidender Erfolgsfaktor für Spitzeninnovation in Europa. Die sieben Projektkonsortien, bestehend aus bi- oder trinationalen Forschungsteams und ihren Industriepartnern aus der Nordwestschweiz, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz sowie der Region Grand Est, liefern konkrete Beiträge in strategischen Bereichen wie Energiewende und Energieeffizienz durch den Einsatz von KI, den Einsatz von Quantentechnologien im Dienste der Medizin von morgen oder auch die Prävention von Klima- und Umweltrisiken.  

In einer den europäischen Herausforderungen von morgen sowie der grenzüberschreitenden Forschungs- und Innovations-Zusammenarbeit gewidmeten Podiumsdiskussion betonte Andrea Knellwolf, Vizepräsidentin der Regio Basiliensis, dass eine Fortsetzung der projektbasierten Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg VII für einen auch in Zukunft erfolgreichen Wissens- und Forschungsraum Oberrhein unabdingbar sei. 

Aus 30 Bewerbungen wurden in einem zweistufigen Verfahren sieben Projekte ausgewählt. Sie zeichnen sich durch hohe wissenschaftliche und technische Qualität, grosses Innovationspotenzial sowie einen möglichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Oberrheinregion aus. Im Einzelnen mit Schweizer Beteiligung:

  • ZUNAMI entwickelt ein lokales System zur Erkennung und Quantifizierung von Mikroplastik im Rhein. Durch die Kombination von modernster Probenvorbereitung, Automatisierung mittels Mikrofluidik und elektrischer Erkennung von Partikeln durch Mikroporensensorik liefert das Gerät im Vergleich zu aktuellen Labormethoden schnellere Ergebnisse. Damit erhalten Wasserversorger und Behörden wirksame Instrumente zum Schutz der Flüsse und der öffentlichen Gesundheit. Projektpartner: Universität Freiburg, Universität Basel und RPTU Kaiserslautern-Landau sowie Wasserversorger und Industriepartner, u.a. IWB.
     
  • Smart Cities nutzen Sensoren, um Luftqualität, Verkehrsfluss, Lärmpegel und andere städtische Parameter in Echtzeit zu erfassen. Die meisten Geräte werden jedoch mit Einwegbatterien betrieben oder erfordern eine aufwendige Verkabelung. EMPOWER#IoT entwickelt solarbetriebene Sensoren, die auch im Schatten oder unter Straßenlaternen funktionieren, wodurch Installations- und Wartungskosten gesenkt werden und weniger Abfall anfällt. Projektpartner: Universität Freiburg, Université de Strasbourg (Icube-Labor), Fachhochschule Nordwestschweiz mit weiteren akademischen Partnern, Kommunen und Unternehmen.
     
  • Krebs und Alzheimer entwickeln sich oft unbemerkt, da heutige Diagnosemethoden keine molekulare Präzision ermöglichen. QUANTUM-PRECISION entwickelt eine neue Generation von MRT-Geräten, die auf Hyperpolarisation basieren, einer quantenmechanischen Technologie, die das Signal von Krankheitsmarkern verstärkt und so eine genauere Diagnostik und personalisierte Therapie ermöglicht. Projektpartner:  Uniklinikum Freiburg, Université de Strasbourg (laboratoire Icube), mit anderen akademischen Partnern und Industriepartnern aus dem Bereich der Simulation und Quantenalgorithmen für die chemische und pharmazeutische Industrie, u.a. Qnami AG.
     
  • Der Oberrhein ist Heimat renommierter Weinberge, die von Holzkrankheiten bedroht sind, die jahrelang unsichtbar bleiben und erhebliche Verluste verursachen können. VitiSense entwickelt zwei Instrumente zur Früherkennung dieser Krankheiten, noch bevor sichtbare Symptome auftreten: einen optischen Sensor, der den Befall der Blätter frühzeitig erkennen kann, und ein tragbares MRT-Gerät, mit dem das Innere der Rebstöcke sichtbar gemacht werden kann. Projektpartner: Université de Strasbourg (Icube-Labor), Université de Haute-Alsace, Hochschule Furtwangen sowie akademische Partner (FHNW, Julius Kühn-Institut) und Partner aus der Industrie

Die Wissenschaftsoffensive, eine gemeinsame Initiative der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, der Région Grand Est sowie des Programms Interreg Oberrhein, besteht seit 2011 und wurde im Jahr 2024-25 zum fünften Mal im Rahmen eines spezifischen Projektaufrufs mit einem EU-Förderbudget von 3.5 Mio. Euro durchgeführt. Dieses wird ergänzt 1.75 Mio. Euro Födermittel der beteiligten Länder sowie der Région Grand Est. Die Fachhochschule Nordwestschweiz, die Universität Basel sowie Privatunternehmen leisten mit ihrem Wissen und Engagement einen wichtigen Beitrag zum Gelingen von vier der sieben Projekte. Daneben unterstützen die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie der Bund im Rahmen der Neuen Regionalpolitik die Vorhaben mit rund 0.5 Mio. Franken. 

Zu den Preisträgerprojekten

Foto: Andrea Knellwolf, Vizepräsidentin der Regio Basiliensis, an der Podiumsdiskussion in Karlsruhe. © Uwe Krebs, Hochschule Karlsruhe

 

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