Programmes de coopération, Interreg, NPR
04 mars 2026
Interreg Oberrhein: Acht neue Projekte und wichtiger Schritt in die Zukunft des Programms
Der Begleitausschuss des Programms Interreg Oberrhein hat am 3. März 2026 in Karlsruhe acht neue Projekte bewilligt. Diese werden mit insgesamt 5,2 Millionen Euro aus EU-Mitteln sowie mit 0,58 Millionen Franken durch die Schweizer Kantone und den Bund gefördert. Zudem gaben die Programmpartner die Ergebnisse des finalen themenübergreifenden Projektaufrufs der Förderperiode 2021–2027 bekannt. Mit der Verabschiedung eines Fahrplans zur Vorbereitung der nächsten Programmperiode 2028–2034 wurde zudem ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung der Zukunft des Programms gemacht.
Dies sind die sieben bewilligten Projekte mit Schweizer Beteiligung:
TriSolutionsEU - Kleinprojektefonds Verwaltungskooperation am Oberrhein
Von Januar 2027 bis März 2029 finanziert der Fonds grenzüberschreitende Projekte bis 100’000 Euro zwischen Verwaltungsstellen und öffentlichen Einrichtungen am Oberrhein, zur Identifizierung und zum Abbau von grenzbedingten Hindernissen, die neben den Bürgerinnen und Bürgern auch Unternehmen, Vereine, Bildungseinrichtungen und die öffentliche Verwaltung betreffen. Somit soll der Zusammenhalt in der Region nachhaltig gestärkt werden.
Kleinprojektefonds Wissenschaft & Gesellschaft
Von Juni 2026 bis September 2027 werden Kleinprojekte bis 50’000 Euro finanziert, die zur Sichtbarkeit insbesondere von EU-finanzierten Forschungsarbeiten beitragen und konkrete Auswirkungen der grenzüberschreitenden Forschung auf den Alltag der Einwohnerinnen und Einwohner des Oberrheins aufzeigen. Ziel ist es, die Bevölkerung in den Mittelpunkt der Forschung zu stellen, ihre Beteiligung zu fördern und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken.
Das Projekt Harvest Time entwickelt gemeinsame Methoden, um Obstbauern zu helfen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Fruchtreife zu antizipieren. Auf der Grundlage von Klimavorhersagemodellen und agronomischen Prognosemodellen trägt dieser grenzüberschreitende Ansatz dazu bei, den optimalen Erntezeitpunkt gezielt zu bestimmen, Verluste zu reduzieren, die Qualität zu verbessern und die Nachhaltigkeit der Branche am Oberrhein zu stärken. Die Gesamtkosten betragen 1 Mio. Euro. Die Schweizer Finanzierung beläuft sich auf 225’900 Franken. Auf Schweizer Seite übernimmt Agroscop die Projektverantwortung.
Das Projekt TEB-Verkehrsanalyse soll durch Datenerhebungen, Zählungen und Befragungen grenzüberschreitende Verkehrsdaten im Gebiet des Trinationalen Eurodistricts Basel aktualisieren und harmonisieren. Auf diese Weise soll ein klares, präzises und aktuelles Bild der grenzüberschreitenden Mobilität ermöglicht und eine statistische Grundlage für die Berechnung der wirtschaftlichen Machbarkeit künftiger Verkehrsinfrastrukturen geliefert werden. Die Gesamtkosten betragen 0.5 Mio. Euro. Die Schweizer Finanzierung beläuft sich auf 280'200 Franken. Projektträger ist der Trinationale Eurodistrict Basel.
Das Ziel von Triotop ist der Aufbau eines Freiwilligennetzwerks zur Biotoppflege im Dreiland durch eine Onlinebörse, welche die Anmeldung für grenzüberschreitende Einsätze, Workshops oder den Werkzeugtausch ermöglicht. Langfristig lernen sich die Teilnehmenden bei Pflegeeinsätzen besser kennen, bauen gemeinsames Vertrauen auf und werden dazu befähigt, einen Grossteil der Biotoppflege selbstständig durchzuführen und aktiv zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beizutragen. Die Gesamtkosten betragen 255’200 Euro. Die Schweizer Finanzierung beläuft sich auf 100'000 Franken. Projektträger ist das Trinationale Umweltzentrum TRUZ.
Das 3LandSpiel ist ein innovatives, KI-gestütztes Brettspiel, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, das Wissen und die regionale Identität im Dreiländereck stärken soll. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen spielerisch für die Besonderheiten, Herausforderungen und Chancen des Dreilands zu sensibilisieren. Die Schweizer Finanzierung beläuft sich auf 167’000 Franken. Auf Schweizer Seite übernimmt die Hochschule für Wirtschaft der FHNW die Projektverantwortung.
HySyn zielt darauf ab, eine Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufzubauen, indem Forschung, Industrie und Gebietskörperschaften grenzüberschreitend vernetzt werden. Das Projekt soll helfen, lokale Bedarfe und Kompetenzen zu erfassen und Pilotprojekte zu starten, um einen funktionierenden grenzüberschreitenden Markt entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln. Die Gesamtkosten betragen 3.3 Mio. Euro. Das Projekt wird vom H2Hub Schweiz als assoziierter Partner begleitet.
Folgendes achtes Projekt ohne Schweizer Beteiligung wurde in die Förderung aufgenommen:
Dank ECORHIN können Vorstudien und die anschliessende Elektroumrüstung von zwei dieselbetriebenen Rheinfähren in Drusenheim/Greffern sowie in Rhinau/Kappel vorbereitet werden. Auf diese Weise soll der Fährbetrieb langfristig gesichert und durch den Einsatz energieeffizienter und emissionsarmer Antriebslösungen zugleich den ökologischen Herausforderungen gerecht werden.
Mit den am 3. März 2026 genehmigten Projekten zählt das Programm Interreg Oberrhein für die Förderperiode 2021-2027 bereits 85 grenzüberschreitende geförderte Projekte, von denen 50 mit Schweizer Beteiligung umgesetzt werden. Diese Projekte umfassen ein Gesamtfinanzvolumen von mehr als 94 Millionen Euro. Damit sind über 80% der von der EU insgesamt für das Programm zur Verfügung stehenden Fördermittel gebunden.
Diese Tendenz dürfte sich weiter fortsetzen, da die Programmpartner zudem neun Projektideen des themenübergreifenden Projektaufrufs aus dem Jahr 2025 vorausgewählt und deren Träger aufgefordert haben, ihre Anträge weiter auszuarbeiten. Als letzter umfassender Projektaufruf der Förderperiode 2021-2027 deckte dieser Aufruf vier der fünf Prioritäten des Programms ab: eine ökologisch nachhaltige Region, eine sozialere Region, eine intelligentere Region und eine bürgernähere Region.
Um die Verwendung Fördermittel weiter zu optimieren, hat der Begleitausschuss die Beantragung einer neuen Umwidmung der EU-Mittel zwischen einzelnen Prioritäten des Programms beschlossen. Die EU-Kommission muss bis zum Sommer über die endgültige Mittelverteilung entscheiden.
Weitere Informationen zu Interreg Oberrhein und die Kontakte für Schweizer Projektinteressierte finden Sie hier.
Foto: Die Rektorin Prof. Dr. Rose Marie Beck der Hochschule Karlsruhe begrüsst zur 16. Sitzung des Interreg-Begleitausschusses am 3. März 2026 in Karlsruhe. Im Anschluss an die Sitzung gab es Projektpräsentationen von Robot Hab Akademie und Robot Hub Transfer. © Felicia Poehler, Interreg-Sekretariat
