Metropolregion Oberrhein

Mit dem "Raumordnerischen Orientierungsrahmen" von 1997 wurde das einmalige polyzentrische Städtenetz am Oberrhein beschrieben. Beim 11. Dreiländerkongresses im Januar 2008 im Europarat zu Strasbourg verpflichteten sich 50 Politiker, Wirtschaftsvertreter und Hochschulrektoren aus der Region in einer gemeinsamen Schlusserklärung zur Realisierung der Metropolregion als Exzellenzregion, die sich auf die Säulen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stützt.

Der verwendete Metropolbegriff orientiert sich an folgenden Handlungskriterien:

  • Steuerungs- und Kontrollfunktion - ausgedrückt durch die Konzentration politischer und ökonomischer Schaltstellen sowie die Kontrolle internationaler Finanz- und Informationsströme;
  • Innovations- und Wettbewerbsfunktion, bestimmt durch eine hohe Dichte von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, einem hochwertigen kulturellen Angebot und einem kreativen Umfeld;
  • "Gateway"-Funktion mit guter internationaler Erreichbarkeit durch hochrangiges Verkehrsinfrastrukturangebot und vielfältige Optionen für den Austausch von Gütern, Wissen und Informationen;
  • Symbolfunktion mit einem hohen Mass an historischer, politischer, kultureller sowie städtebaulicher Bedeutung und einem entsprechenden internationalen Ansehen.

Mit dem Projekt sollen keine neuen Verwaltungsstrukturen geschaffen, sondern bestehende Einrichtungen miteinander verknüpft werden. www.rmtmo.eu

Die Metropolregion bündelt die Kräfte am Oberrhein

Es gibt folgende allgemeinen Ziele:

  • die Entwicklung und Vertiefung der bestehenden Zusammenarbeit.
  • die Umsetzung einer europäischen und nationalen Lobbying-Strategie, in deren Rahmen die Trinationale Metropolregion sich zu einer treibenden Kraft entwickelt.
  • die Förderung des Oberrheinraums auf internationaler Ebene, um seine Anziehungskraft zwecks wirtschaftlicher und touristischer Entwicklung sowie zwecks kultureller und wissenschaftlicher Ausstrahlungskraft zu verstärken

Die Vertreter der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben diese allgemeinen Ziele in einer gemeinsamen Strategie für den Entwicklungszeitraum bis 2020 konkretisiert.

Aufbau der Trinationalen Metropolregion Oberrhein 

Die Trinationale Metropolregion Oberrhein ist in vier Säulen organisiert. Jede Säule vereint Vertreter aus den drei Partnerländern. Folgender Aufbau der Metropolregion Oberrhein gewährleistet einen optimalen Zusammenschluss der verschiedenen Handlungsebenen und Handlungsbereiche: 

 

Konkrete Projekte : Aufwertung territorialer Vielfalt und ein Beitrag zur territorialen Kohäsion

Viele Projekte kommen aus den Bereichen Forschung und Wissenschaft, insbesondere aus den Bereichen Life Sciences und regenerative Energien. Es geht aber auch um den Ausbau des grenzüberschreitenden S-Bahn-Verkehrs, die Anbindung der Stadt Freiburg an den TGV-Rhin-Rhône und den Ausbau des Schienenanschlusses des Euroairports Basel-Mulhouse-Freiburg sowie um die Kooperation der Hochschulen im Rahmen des Projektes European Campus.

Informationen und Aktuelles aus den einzelnen Säulen

Säule Politik

Die exemplarische Governance der Trinationalen Metropolregion Oberrhein steht für die funktionale grenzüberschreitende Vernetzung von Schlüsselakteuren aus der Politik und ermöglicht die Integration verschiedener Politikansätze zur strategischen Verwirklichung des territorialen Zusammenhalts.

Die zentralen Akteure der Säule Politik am Oberrhein sind:

Säule Wirtschaft

Die Säule Wirtschaft vereint Vertreter der Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Wirtschaftsverbände, aber auch Großunternehmen, Gewerkschaftsvertreter und die Arbeitsverwaltungen der drei Länder. Ziel ist u.a. die Bildung grenzüberschreitender Cluster und die Entwicklung eines Standortmarketings.

Säule Wissenschaft

Die Oberrheinregion zeichnet sich im Bereich von Wissenschaft und Bildung durch eine einzigartige Vielfalt bei höchster Qualität aus. Die oberrheinische Wissenschaftslandschaft ist mit Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen eine der leistungsstärksten Regionen Europas (rund 167'000 Studierende und zahlreiche Beschäftigte in Forschung und Lehre sowie wissenschaftsnahen Bereichen). Meilensteine dieser Zusammenarbeit waren die Gründung der Europäischen Konföderation der Oberrheinischen Universitäten EUCOR im Jahr 1989 und die Gründung des European Campus im Jahr 2016.

Aufgabe der Säule Wissenschaft ist es, für den Raum Oberrhein in den Bereichen Forschung, Bildung und Innovation eine gemeinsame Strategie zu definieren und das Potential der Metropolregion durch strukturbildende Projekte zu stärken.

Säule Zivilgesellschaft

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird von einer Vielzahl von Akteuren nicht als Selbstzweck, sondern im Interesse der Bürgerinnen und Bürger in den Grenzräumen betrieben. Ziel der Säule Zivilgesellschaft ist es, der Region am Oberrhein zu einem stärkeren Zusammenwachsen und zum Entwickeln einer deutlich ausgeprägten "oberrheinischen Identität" zu verhelfen. Es soll durch das Miteinander der Menschen ein Gefühl der Gemeinsamkeit entwickelt werden, damit der Oberrheinraum auch nach aussen ein eigenes Gesicht zeigen kann.

Mit einer Selbstverpflichtungserklärung für die Umsetzung der Ergebnisse für den 13. Dreiländerkongress am 27. Juni 2012 in Landau haben Vertreter der Politik am Oberrhein ein Bekenntnis zur Zivilgesellschaft am Oberrhein abgelegt. Es wurden dabei insbesondere elf konkrete "Starterprojekte" definiert.